Prof. Karl Wilbers, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung an der Universität Erlangen-Nürnberg, hat im November 2011 ein Buch mit dem Titel "Die Wirtschaftsschule - Verdienste und Entwicklungsperspektiven einer bayerischen Schulart" veröffentlicht. Darin werden die Perspektiven und Verdienste der Wirtschaftsschule aus Sicht der Betroffenen und Beteiligten beleuchtet. Es liefert eine Diskussionsgrundlage für die weitere Entwicklung dieser Schulart.
Die Wirtschaftsschule im Bildungssystem
Die bayerische Wirtschaftsschule ist die einzige berufliche Schule, die auch im Sekundarbereich I geführt wird. Sie vermittelt eine allgemeine Bildung und eine berufliche Grundbildung im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung und bereitet auf eine entsprechende berufliche Tätigkeit vor.
Die Mehrheit der Wirtschaftsschulabsolventen - fast zwei Drittel - wählten im Schuljahr 2009 / 2010 einen dualen Ausbildungsberuf - in erster Linie in der Berufsfeldgruppe "Wirtschaft und Verwaltung". 20 Prozent der Absolventen dieses Jahrgangs traten in die Fachoberschule über. Damit kommen fast acht Prozent der Schüler in der Eingangsstufe der Fachoberschule aus der Wirtschaftsschule.
Die Wirtschaftsschule als starker Partner für die Wirtschaft
Die Wirtschaftsschule ist im Bereich Wirtschaft und Verwaltung von modellhaftem Charakter: Gestützt auf ein konkretes berufsspezifisches Lehr- und Lernkonzept fördert sie die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Schüler auf dem Arbeitsmarkt und damit auch deren Bildungs- und Berufsperspektiven. Zu den wesentlichen Vorzügen der Wirtschaftsschule zählen aus Sicht der vbw:
- Konsequente Ausrichtung an den Erwartungen von Wirtschaft und Verwaltung
- Konkrete berufsadäquate Vorbereitung
- Berufliche Grundbildung mit überdurchschnittlichem Praxisbezug
- Gewinnbringende Einschätzung der berufspraktischen Ausbildung durch die
Auszubildenden - Hohe Akzeptanz des Bildungskonzepts durch die Unternehmen
Herausforderungen für die Wirtschaftsschule
Im Angesicht einer Internationalisierung der Märkte wie auch des wachsenden globalen Innovations- und Wettbewerbsdrucks, verbunden mit einem rasanten technologischen und demografischen Wandel, werden Gesellschaft und Unternehmen an Schule und Unterricht auch in Zukunft hohe Erwartungen stellen. Nach Einschätzung der vbw bieten folgende vier Handlungsempfehlungen Entwicklungsperspektiven für die Wirtschaftsschule:
- Kernkompetenzen erhalten und ausbauen
- Inhaltliche Schwerpunkte weiterentwickeln (z. B. Sicherung des Grundwissens im Fach Mathematik)
- Profilbildung vor Ort schärfen und weiterentwickeln
- Modellversuch zur Einführung der sechsten Jahrgangsstufe
Werden die genannten Empfehlungen ernst genommen und die inhaltliche Reform zeitnah umgesetzt, ist die Zukunftsfähigkeit dieser erfolgreichen Schulform auf lange Sicht gewährleistet.
Sie finden die Veröffentlichung im Anhang.

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