Das 14. Monitoring der Energiewende setzt am 02. März 2026 unsere Reihe der jährlichen Bewertungen der energie- und klimapolitischen Weichenstellungen fort. Wie auch in den Vorjahren erstellte die Prognos AG den Bericht im Auftrag der vbw.
Kurs stimmt – Tempo reicht nicht aus
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte, dass das 14. Monitoring keinen Richtungsstreit, sondern ein Umsetzungsdefizit offenlege. Laut Brossardt stimmt der Kurs der Energiewende grundsätzlich, jedoch fehlt es an Tempo, Synchronisierung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Die vbw Ampelbewertungen stehen in weiten Teilen auf Gelb und Rot. Besonders kritisch bleiben die hohen Strompreise, die schleppende Netzintegration sowie die zunehmend kostenintensive Absicherung der Versorgungssicherheit. Für die Unternehmen bleibt Energie damit ein zentraler Standortfaktor mit unmittelbaren Auswirkungen auf Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit.
Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit unter Druck
Dr. Almut Kirchner und Sven Kreidelmeyer von der Prognos AG erläuterten, dass die strukturellen Herausforderungen im Stromsystem fortbestehen. Demnach ist die Versorgungssicherheit zwar aktuell gewährleistet, jedoch wird diese zunehmend durch kostenintensive Systemsicherheitsmaßnahmen abgesichert. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch Elektrifizierung und neue industrielle Anwendungen weiter an und erhöht den Handlungsdruck. Dr. Kirchner und Kreidelmeyer verwiesen zudem darauf, dass der Ausbau gesicherter Leistung, die Integration erneuerbarer Energien sowie der Netzausbau deutlich besser aufeinander abgestimmt werden müssen. Zugleich bleibt die Bezahlbarkeit von Energie eine wesentliche Voraussetzung für Akzeptanz und Investitionsbereitschaft.
Beschleunigung und wirtschaftliche Flankierung erforderlich
Die Diskussion mit den Teilnehmer*innen machte deutlich, dass es nun vor allem auf Beschleunigung und verlässliche Rahmenbedingungen ankommt. Themen waren unter anderem der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie, die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen sowie die Finanzierung der Energieinfrastruktur. Als zentrales Ergebnis hielten die Podiumsteilnehmer*innen fest: Es geht nicht um einen Richtungswechsel, sondern um eine konsequente Umsetzung mit höherem Tempo, klarer Priorität für Wettbewerbsfähigkeit und einer dauerhaft verlässlichen Ausgestaltung der energiepolitischen Rahmenbedingungen.
Vortragende und Podiumsteilnehmer*innen
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Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer, vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
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Dr. Almut Kirchner, Direktorin / Partnerin, Prognos AG
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Sven Kreidelmeyer, Projektleiter, Prognos AG
Moderation: Mike Schier, Stellvertretender Chefredakteur, Münchner Merkur