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Letzte Aktualisierung: 13. August 2026

Studie

Industrielle Standortqualität im internationalen Vergleich

 Volker Leinweber
Volker Leinweber
Geschäftsführer, Leiter der Abteilung Volks- und Außenwirtschaft
Telefon +49 (0) 89-551 78-133 Mobil +49 (0) 173-573 89 25
Industrielle Standortqualität im internationalen Vergleich

Bayern ist nach wie vor ein starker Industriestandort. Aber der Vorsprung gegenüber unseren Wettbewerbern schmilzt.

Niveau-Ranking

Im Niveau-Ranking, das die aktuelle Qualität des Industriestandorts misst, liegt Bayern bei 46 untersuchten Staaten mit Platz 10 weiterhin in den Top-10. Deutschland insgesamt rangiert auf Platz 13. Den Spitzenplatz hat seit nunmehr fünf Jahren die Schweiz inne.

Im Bereich Markt erreicht der Freistaat erneut die Spitzenposition, vor allem dank der breiten und diversifizierten Wertschöpfungskette, des hohen außenwirtschaftlichen Offenheitsgrads sowie des gut funktionierenden Industrie-Dienstleistungs-Verbunds. Auch im Bereich Wissen ist Bayern mit Rang 4 hervorragend aufgestellt. Entscheidend sind hier ein starkes Innovationsumfeld, hohe F&E-Ausgaben und eine hohe Produktivität. In den Bereichen Staat, Ressourcen und Infrastruktur rangiert Bayern im oberen Mittelfeld. Der große Standortnachteil sind die Kosten. Hier liegt der Freistaat auf dem drittletzten Platz. Verantwortlich sind sowohl Arbeits- und Energiekosten als auch Steuern und Abgaben.

Dynamik-Ranking

Die Entwicklung der Standortqualität im Zeitablauf wird im Dynamik-Ranking deutlich. Hier liegt Bayern auf Platz 42 von 46 untersuchten Staaten. Dies zeigt, dass der Vorsprung Bayerns schmilzt und andere Staaten aufholen. Dies gilt vor allem für die Schwellenländer, die das Ranking anführen. Auf den ersten fünf Plätzen finden sich Indien, Vietnam, China, Indonesien und Brasilien. Hier ist natürlich das niedrigere Ausgangsniveau zu berücksichtigen, doch die hohe Dynamik zeigt die Aufholgeschwindigkeit dieser Länder.

Auch im Dynamik-Ranking schneidet Bayern im Bereich Markt mit Platz 11 am besten ab. Positiv hat sich vor allem die Verbundwertschöpfung entwickelt. In den Bereichen Wissen, Staat, Ressourcen und Infrastruktur landet der Freistaat bei der Standortdynamik im hinteren Mittelfeld, was nur zum Teil durch das hohe Ausgangsniveau erklärbar ist. Gravierend ist der vorletzte Platz im Bereich Kosten. Das heißt, dass sich der ohnehin große Standortnachteil in diesem Feld weiter vergrößert.

Standortqualität und Wettbewerbsintensität

Differenziert man die Staaten danach, wie hoch ihre Wettbewerbsintensität mit Bayern ist (gemessen daran, wie groß deren Marktanteile auf wichtigen Exportmärkten Bayerns sind), so liegen die größten Herausforderungen im Wettbewerb mit China. Das Reich der Mitte weist die größte Wettbewerbsintensität mit Bayern auf und verzeichnet zugleich die drittgrößte Dynamik der Standortqualität und hat nur noch ein leicht unterdurchschnittliches Niveau der Standortqualität.

Auch mit Kanada, den USA, Südkorea, Japan und den Niederlanden besteht eine hohe Wettbewerbsintensität. Außerdem haben diese Länder eine überdurchschnittliche Standortqualität. Mit Ausnahme von Südkorea weisen sie aber eine unterdurchschnittliche Dynamik auf.

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