Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 25. September 2020

Themen und Services/Wertschöpfung | Studie

Verbesserung der Resilienz der bayerischen Wirtschaft

 Volker Leinweber
Volker Leinweber
Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen
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PDF | 1,3 MB

Die Corona-Krise hat die Verwundbarkeit einer globalisierten Wirtschaft aufgezeigt. Bei beeinträchtigten Transportwegen und Lieferprozessen kann die Abhängigkeit von Importen zu Störungen der Wertschöpfungskette und zu Versorgungsengpässen führen. Die Studie zeigt an Hand verschiedener Kriterien, welche Branchen der bayerischen Industrie in ihren internationalen Wertschöpfungsketten verwundbar sind und wo bei einer Störung der Wertschöpfungsketten besonders große gesamtwirtschaftliche Folgen drohen.

Importabhängigkeit von einzelnen Ländern

Für mehr als 6.000 Gütergruppen wird untersucht, aus wie vielen verschiedenen Ländern diese Güter importiert werden. Zudem wird analysiert, ob es für die Güter theoretische Ausweichmöglichkeiten auf im Inland produzierte Produkte oder auf Importe aus anderen Ländern gibt.

Abhängigkeit von ausländischer Wertschöpfung

In einem weiteren Schritt werden die Wertschöpfungsketten mit jeweils drei ausländischen Wertschöpfungsstufen untersucht und daraus die Abhängigkeit der inländischen Branchen analysiert. Dabei spielen der Anteil der Auslandswertschöpfung, die Anzahl der Wertschöpfungsstufen sowie der Grad der Spezialisierung der im Ausland stattfindenden Wertschöpfung eine Rolle.

Verwundbarkeit der Branchen und gesamtwirtschaftliche Folgen

Auf Grundlage dieser Untersuchungen wird die Resilienz der einzelnen Branchen ermittelt und in Zusammenhang mit deren gesamtwirtschaftlichem Gewicht gebracht:

Vor allem das Ernährungsgewerbe ist eine kritische Branche – sie weist eine geringe Resilienz auf und hat zugleich eine große gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Etwas abgeschwächt gilt dies auch für die Chemische Industrie und den Bereich Holz, Papier, Druck. Auch die Mineralölverarbeitung hat eine geringe Resilienz, allerdings wären bei Problemen die negativen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft begrenzt. Umgekehrt beweisen die großen und gesamtwirtschaftlich maßgeblichen Branchen Kraftwagenbau, Maschinenbau, Metallerzeugnisse und elektrische Ausrüstungen eine relativ hohe Widerstandskraft.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Resilienz

Die Unternehmen können grundsätzlich zwei Strategien verfolgen: Sie können auf statische Resilienz setzen, das ist die Fähigkeit, Störungen ohne Einbußen zu ertragen. Alternativ können sie eine dynamische Resilienz anstreben, also eine schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit im Falle von gestörten Lieferketten. Die Politik kann ebenfalls zur Verbesserung der Resilienz beitragen, etwa durch das Aufrechterhalten kritischer Sektoren, Innovationsförderung und eine allgememeine Verbesserung der Standort- und Rahmenbedingungen.