Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 18. August 2020

Themen und Services/Wertschöpfung | Studie

Industrielle Standortqualität Bayerns im internationalen Vergleich – Niveauranking

 Volker Leinweber
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Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen
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 Tobias Rademacher
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Im weltweiten Vergleich rangiert der Industriestandort Bayern erneut auf dem hervorragenden zweiten Platz. Die Standortqualität des Freistaats ist spürbar besser als die seiner wichtigsten Wettbewerber. In fünf von sechs Teilbereichen liegt der Freistaat in den TOP 10. Deutschland liegt wie im Vorjahr auf Rang fünf.

Starke Industrie in Bayern

Über ein Viertel der gesamten Wertschöpfung des Freistaats wird in der Industrie erzielt. Damit hat Bayern weltweit die vierthöchste Industriedichte. Während viele Länder eine De-Industrialisierung erleben, hat das Gewicht des Verarbeitenden Gewerbes in Bayern langfristig zugenommen. Dies ist mit ein Grund dafür, dass Bayern seinen Anteil an der globalen Industrieproduktion weitgehend stabil halten konnte, während die anderen Industrieländer zu Gunsten der Schwellenländer verloren haben.

Industrieller Spitzenstandort Bayern

Im Vergleich der industriellen Standortqualität von 45 Staaten belegt Bayern wie im Vorjahr den zweiten Rang. Deutschland insgesamt ist auf Platz fünf ebenfalls sehr gut platziert. In fünf von sechs Teilbereichen liegt der Freistaat in den Top Ten. Die größten Pluspunkte des Freistaats sind

  • die Breite der Wertschöpfungsketten inkl. der Qualität des Industrie-Dienstleistungsverbunds und der Unternehmenscluster,
  • die hohe Qualität der allgemeinen Infrastruktur, die sich in einer hohen Lebenserwartung niederschlägt sowie insbesondere leistungsfähige Logistiksysteme und eine überdurchschnittliche IT-Infrastruktur
  • eine effiziente Regierung und wirtschaftliche Freiheit.

Hohes Kostenniveau ist das Kernproblem

Problematisch ist einmal mehr das hohe Kostenniveau, hier rutschte Bayern von Rang 40 auf Rang 43 ab. Schlechter schneiden nur Argentinien, Belgien und Frankreich ab. Für das schlechte bayerische Ergebnis sind sowohl die Arbeitskosten als auch Steuern und Treibstoffkosten verantwortlich. Deutschland ist wegen der etwas weniger hohen Arbeitskosten drei Ränge besser als Bayern platziert.

Aufholprozess der Schwellenländer

Die Stärkung unseres Industriestandorts ist eine Daueraufgabe. Dies gilt umso mehr, als wir mit zahlreichen Schwellenländern im globalen Wettbewerb stehen, die dynamisch wachsen und bezüglich der Standortqualität spürbar aufholen. China ist bereits heute unser größter Konkurrent auf den Weltmärkten. Zwar ist die Standortqualität derzeit in den Industrieländern deutlich höher als in den Schwellenländern, was vor allem an der Infrastruktur und dem staatlichen Ordnungsrahmen liegt. Die Emerging Markets holen jedoch kontinuierlich auf und punkten vor allem mit einem niedrigen Kostenniveau.