Die bayerische Wirtschaft

Bitte geben Sie Ihre Login-Daten ein

Passwort vergessen?

Sie haben keine Login-Daten?

Login-Daten beantragen
Zur Übersicht
Themen und Services/Tarif/Tarifpolitik

Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2024

Information

Umfrage: Bayerische M+E-Arbeitgeber warnen vor tariflicher Arbeitszeitverkürzung

Kontakt
 Enno Schad
Enno Schad
Geschäftsführer Tarif / Kollektive Arbeitsbedingungen / Arbeitswissenschaft
Telefon +49 (0)89-551 78-128 +mobil+ +49 (0)173-573 89 21
Tarifhotline

089-551 78-494

Montag bis Freitag 08:00 Uhr - 18:00 Uhr
Umfrageergebnisse im Überblick

Fast 80 Prozent der Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie erwägen die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland, falls die Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich Realität würde. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsbetrieben. Dabei gaben fast 30 Prozent der Unternehmen an, in einem solchen Fall Arbeitsplätze „sicher“ ins Ausland zu verlagern, weitere 50 Prozent würden dies ernsthaft in Betracht ziehen.

Auch im Hinblick auf die Investitionen hätte die Vier-Tage-Woche gravierende Folgen. Rund 55 Prozent der M+E-Unternehmen in Bayern würden es ernsthaft in Betracht ziehen, Zukunftsinvestitionen im Ausland zu tätigen, weitere 22 Prozent würden sogar „sicher und ausschließlich“ künftig im Ausland investieren. Dramatisch wären auch die Auswirkungen auf die Tarifbindung, die von gut 63 Prozent der tarifgebundenen Unternehmen in Frage gestellt würde.

Bemerkenswert ist auch, dass die Vier-Tage-Woche in 76 Prozent der Unternehmen kein viel diskutiertes Thema in der Belegschaft ist. Bereits heute ist die Vier-Tage-Woche kollektivrechtlich durch entsprechende Regelungen der Betriebsparteien möglich. „Individualrechtlich gibt es den Anspruch auf Teilzeit. Seit 2019 besteht darüber hinaus gesetzlich und tariflich ein Anspruch auf Brückenteilzeit mit Rückkehrrecht zur Vollzeit.

Stellungnahme

Realitätsferne Forderungen nach einer Arbeitszeitabsenkung mit Lohnausgleich passen nicht in die Zeit und sind abzulehnen. Aufgrund der schlechten konjunkturellen Lage, hoher Energie- und Transformationskosten und unsicherer Lieferketten stehen viele Unternehmen vor existenziellen Problemen. Die Absenkung der Arbeitszeit von 35 auf 32 Stunden pro Woche mit Lohnausgleich würde die Arbeitskosten nochmals um 9,4 Prozent verteuern. Das schwächt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen weiter und gefährdet Arbeitsplätze. Hinzu kommt eine Verschärfung des eklatanten Fachkräftemangels.

Seite drucken