Unternehmensstudie der Deutschen Bundesbank
Grundlage der Unternehmensstudie (BOP-F) der Deutschen Bundesbank vom 29. Mai 2026 ist eine repräsentative Befragung deutscher Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Die Studie wurde vom Forschungszentrum der Deutschen Bundesbank konzipiert und wird vom Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Bundesbank durchgeführt.
Die Unternehmen sehen vor allem hohe Regulierungen, staatliche Vorschriften sowie hohe Energiepreise als belastende Herausforderungen. Die Wahrnehmung eines hohen Wettbewerbsdrucks ist stark angestiegen.
Besonders hervorzuheben sind die hohen Produktions- und Arbeitskosten, die von immer mehr Unternehmen als drängendes Problem für die wirtschaftliche Entwicklung eingeordnet werden. Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen schätzen diese im März 2026 als besondere Herausforderungen ein.

Arbeitsstunde kostet durchschnittlich 45 Euro
Laut Statistischem Bundesamt kostet im Jahr 2025 deutsche Unternehmen des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs eine Arbeitsstunde durchschnittlich 45 Euro. Die Arbeitsstunde ist in diesem Jahr damit im Vergleich zu 2020 um 22,3 Prozent teurer und liegt im Vergleich zum Durchschnitt der Europäischen Union rund 10 Euro pro Arbeitsstunde höher.
Zusammenspiel von Personalkosten und Gewinn
Die M+E Industrie steht unter erheblichem Druck. Hohe Personalkosten treffen auf eine schwache Ertragslage und verschärfen die Wettbewerbsnachteile des Standorts Deutschland. Wo Gewinne fehlen, fehlen auch die Mittel für Investitionen in Innovation, Modernisierung und Beschäftigung. Anders als in der Vergangenheit können die steigenden Arbeitskosten nicht mehr durch Produktivitätszuwächse ausgeglichen werden. Die Folge sind steigende Lohnstückkosten, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und ein wachsender Druck auf Beschäftigung und Standorte.
In unserer Veranstaltung Fokus Tarif – Zusammenspiel Personalkosten und Gewinn am 17. Juli 2026 (1 Stunde, digital) wird Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. gemeinsam mit unserem Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Fakten benennen und besprechen.