Die bayerische Wirtschaft

Bitte geben Sie Ihre Login-Daten ein

Passwort vergessen?

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt registrieren
Zur Übersicht
Soziale Sicherung/Sozialversicherung | Information

Möglichkeit für Feststellung der Arbeitsunfähigkeit per Videosprechstunde

Kontakt
 Beate Neubauer
Beate Neubauer
CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Gesundheitswirtschaft, FKS+
+49 (0)89-551 78-534 +49 (0)173-573 89 22

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. Juli 2020 eine Anpassung seiner Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie beschlossen. Demnach können Vertragsärzte die Arbeitsunfähigkeit von Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen zukünftig auch per Videosprechstunde feststellen. Die Anpassung steht nicht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Der Beschluss steht im Kontext der berufsrechtlichen Lockerung des Verbots der ausschließlichen Fernbehandlung in § 7 Absatz 4 Musterberufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärzt*innen. Der G-BA hat nun festgelegt, auf welche Weise im Rahmen einer Fernbehandlung die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit erfolgen kann.

Voraussetzungen für eine Feststellung der Arbeitsunfähigkeit durch ärztliche Fernbehandlung

Voraussetzung für die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit in einer Videosprechstunde ist, dass der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt. Das trifft beispielsweise für folgende Krankheitsbilder zu:

  • Erkältung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Blasenentzündung
  • Magen-Darm-Infekt
  • Migräne
  • Schübe, beispielsweise bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Reaktion auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen, zum Beispiel bei Verlust von nahestehenden Angehörigen

Weiterhin ausgeschlossen ist die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ausschließlich über Online-Fragebögen, Chat-Befragungen oder Telefonaten.

Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit nach einer Videosprechstunde ist für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen möglich. Eine Folgekrankschreibung über eine Videosprechstunde kann nur ausgestellt werden, wenn die vorherige Krankschreibung aufgrund einer unmittelbaren persönlichen Untersuchung ausgestellt wurde.

Versicherte haben keinen Anspruch auf die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der Videosprechstunde.