Deutschland gehört in Europa zu den Ländern, in denen Erwerbstätige auf das Arbeitsleben bezogen am wenigsten Stunden arbeiten. Diesen Zusammenhang belegt eine RHI-Studie, unter anderem durchgeführt von Prof. Martin Werding. Demnach beträgt die durchschnittliche Lebensarbeitszeit von deutschen Beschäftigten rund 4.680 Stunden weniger als der EU-Durchschnitt. Das entspricht rund 3,5 Jahren weniger Lebensarbeitszeit pro Erwerbstätigem. Ausschlaggebend sind eine überdurchschnittliche Anzahl an Feiertagen, im Vergleich lange Urlaubszeiten und eine hohe Teilzeitquote.
Die Zahlen zeigen aber auch, dass Deutschland noch über erhebliche Potenziale verfügt, um das Arbeitsvolumen auszuweiten. Diese Hebel gilt es zu nutzen, um im demografischen Wandel zu bestehen. Wir brauchen in Summe ein höheres Arbeitsvolumen am Standort, gerade auch, um unsere Sozialversicherungssysteme finanzierbar zu halten.
Höhere Lebensarbeitszeit als wichtiger Hebel für mehr Arbeitsvolumen
Eine Erhöhung der Lebensarbeitszeit – z. B. durch eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre – liefert einen wichtigen Beitrag. Zudem gilt es Frühverrentungsanreize zu stoppen und die Abschläge beim vorzeitigem Rentenbezug versicherungsmathematisch adäquat auszugestalten. Darüber hinaus müssen die Übergänge zwischen Erwerbsleben und Ruhestand weiter flexibilisiert werden.