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Letzte Aktualisierung: 27. November 2020

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Alterssicherungsbericht 2020

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 Beate Neubauer
Beate Neubauer
CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Gesundheitswirtschaft, FKS+
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Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 25.11.2020 den Alterssicherungsbericht 2020 verabschiedet. Der Alterssicherungsbericht wird je Legislaturperiode einmal flankierend zum jährlich erscheinenden Rentenversicherungsbericht erstellt. Ziel des Alterssicherungsberichts ist es, ein umfassendes Bild zu der Absicherung im Alter zu geben. Dabei werden neben gesetzlichen Renten auch Einkünfte aus privater und betrieblicher Altersvorsorge beachtet. Zudem gibt der Bericht einen Überblick zu der Verbreitung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Folgende wesentliche Ergebnisse beinhaltet der Alterssicherungsbericht.

Bedeutung der gesetzlichen Rentenversicherung

Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung bilden den zentralen Anteil an allen Alterssicherungsleistungen. 73 Prozent des Gesamtleistungsvolumen aller Alterssicherungssysteme geht auf Rentenleistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zurück. Den zweitgrößten Anteil hat die Beamtenversorgung mit 15 Prozent, gefolgt von der betrieblichen Altersversorgung mit 7 Prozent, der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst mit drei Prozent und den berufsständischen Versorgungswerken (zwei Prozent) sowie der Alterssicherung der Landwirte mit ein Prozent des Gesamtvolumens.

Einkommenssituation von Senior*innen

Die Gesamteinkommenssituation von Senioren (65 Jahre und älter) hat sich in den letzten Jahren äußerst positiv entwickelt. So lag das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen von Personen ab 65 Jahren im Jahr 2019 bei Ehepaaren bei 2.907 €, bei alleinstehenden Männern bei 1.816 € und bei alleinstehenden Frauen bei 1.607 €. Im Durchschnitt lag das Haushaltsnettoeinkommen damit bei 2.207 € und ist seit 2015 um 14 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu sind die Nominallöhne im gleichen Zeitraum um etwa elf Prozent gestiegen und die Preise nur um rund fünf Prozent. Der Alterssicherungsbericht weist deshalb zu Recht darauf hin, dass „die heutige Rentnergeneration überwiegend gut versorgt“ ist. Für den überwiegende Teil der Rentnerhaushalte wird sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen. Der Alterssicherungsbericht prognostiziert bis 2034 eine weitere Steigerung des Netto-Gesamtversorgungsniveaus.

Verbreitung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge

Die Verbreitung der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge hat in den letzten Jahrzehnten stark zugelegt, auch wenn zuletzt bei der geförderten privaten Altersvorsorge eine Stagnation zu verzeichnen ist und sich die Dynamik des Ausbaus der bAV abgebremst hat.

Gut die Hälfte der Senior*innen beziehen Einkünfte im Alter aus einer betrieblichen oder privaten Vorsorge. Bezogen auf die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen im Alter von 25 bis unter 65 Jahren verfügen derzeit etwa 66 Prozent der Arbeitnehmer*innen über eine Anwartschaft auf zusätzliche Altersvorsorge, wobei ungeförderte private Vorsorge, wie z. B. die meisten Lebensversicherungen, Fonds- oder Banksparpläne, noch nicht einmal mit erfasst sind.

18,2 Mio. Beschäftigte hatten Ende 2019 aktive bAV-Anwartschaften. Da Personen auch mehrere bAV- Anwartschaften haben können, betrug die Gesamtzahl der aktiven bAV-Anwartschaften Ende 2019 21,0 Mio. aktive Anwartschaften. Im Zeitraum von 2015 bis 2019 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mit Anwartschaften von 20,1 Mio. auf 21,0 Mio. gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt von 31,2 Mio. auf 33,8 Mio. wesentlich dynamischer entwickelt. Darum ist die Verbreitung, d. h. der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einer betrieblichen Altersversorgung an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, von ca. 56,2 Prozent im Jahr 2015 auf etwa 53,9 Prozent im Jahr 2019 leicht zurückgegangen.

Insgesamt ist die Inanspruchnahme der Entgeltumwandlung seit 2001 deutlich gestiegen. Sie ist im Wesentlichen auch die treibende Kraft des Ausbaus der betrieblichen Altersversorgung. Kaum genutzt wird im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung die Möglichkeit der Riester-Förderung.

Altersarmut weiterhin selten

Laut Alterssicherungsbericht sind nur drei Prozent der 65-Jährigen und Älteren auf eine Leistung der Grundsicherung im Alter angewiesen. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung sind rund neun Prozent auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. Der aktuelle Alterssicherungsbericht legt ebenfalls dar, dass sich langjährige Beschäftigte besonders wenig Sorgen über das Risiko Altersarmut machen müssen. Lediglich ein Prozent der Älteren, die mindestens 35 Jahre gearbeitet haben, sind heute auf Grundsicherung angewiesen. Diese Zahlen zeigen erneut, dass mit der beschlossenen Grundrente ausgerechnet eine besonders selten von Altersarmut betroffene Gruppe begünstigt wird. Geringe gesetzliche Rente kein Indiz für Altersarmut

Der Bericht zeigt außerdem, dass geringe Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Durchschnitt mit einem besonders hohen Gesamteinkommen einhergehen. Dies gilt sowohl für verheiratete als auch für alleinstehende Rentner. So haben Ehepaare mit Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung zwischen 250 € bis 500 € ein durchschnittliches Haushaltsbruttoeinkommen von 4.030 €, während der Durchschnitt nur über ein Haushaltsbruttoeinkommen von 3.380 € verfügt. Auch Ehepaare mit Renten zwischen 500 € und 1.000 € verfügen über überdurchschnittliche Haushaltsbruttoeinkommen. Zwischen der Höhe der gesetzlichen Rente und dem Haushaltseinkommen Älterer besteht also teils sogar ein umgekehrter Zusammenhang.

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Alterssicherungsbericht 2020