Die Frage, wie eine generationengerechte Finanzierung der Pflege und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Versorgung künftig sichergestellt werden können, diskutierte die vbw auf einem Kongress am 09. März 2026.
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte in seiner Begrüßung die Notwendigkeit von tiefgreifenden Strukturreformen: "Wir brauchen als Ergänzung zur umlagefinanzierten sozialen Pflegeversicherung eine verpflichtende kapitalgedeckte private Vorsorge. Diese muss die Kosten abdecken, die die gesetzliche Pflegeversicherung, auch aufgrund der demografischen Entwicklung, nicht tragen kann. So wird eine übermäßige Belastung der jüngeren Beitragszahler verhindert."
Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Zukunftspakt Pflege" auf dem Prüfstand
Eine Einschätzung der Ergebnissen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ gab Prof. Dr. Christine Arentz vom Institut für Versicherungswesen an der Technischen Hochschule Köln. Sie unterstrich, dass im ersten Schritt eine genaue Analyse der Problemfelder in der Pflege nötig ist, um zielgenaue Reformen abzuleiten. An einer ergänzenden kapitalgedeckten Vorsorge führt jedoch kein Weg vorbei.
Diskussion: Reformbedarf bei Versorgung und Finanzierung
In der abschließenden Diskussionsrunde bestand Einigkeit, dass grundsätzlich die Pflegeprävention gestärkt werden muss. Zudem müssen neue Versorgungsmodell wie z. B. die Tagespflege verstärkt etabliert werden. Kontrovers verlief die Diskussion zum Thema Finanzierung mit den Blick darauf, ob höhere Einnahmen nötig sind.
Vortragende und Podiumsteilnehmer*innen
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Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer, vbw
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Katrin Staffler, MdB, Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, CSU
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Andreas Hanna-Krahl, MdL, Sprecher für Gesundheit und Pflege, Bündnis 90/Die Grünen
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Bettina Plettl, Geschäftsführerin, MediVital Sozialstation
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Prof. Dr. Christine Arentz, Institut für Versicherungswesen, Technische Hochschule Köln
Moderation: Roland Preuß, Redakteur Parlamentsbüro Berlin, Süddeutsche Zeitung