Die bayerische Wirtschaft

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Themen und Services/Soziale Marktwirtschaft

Letzte Aktualisierung: 30. Dezember 2021

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Jahresrückblick mit vbw Präsident Wolfram Hatz

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 Katja Schlendorf-Elsäßer
Katja Schlendorf-Elsäßer
Geschäftsführerin ibw
Telefon +49 (0)89-551 78-371 +mobil+ +49 (0)171-227 82 46

vbw Präsident Wolfram Hatz lässt zum Jahresende das Jahr 2021 im Gespräch mit der Passauer neuen Presse noch einmal Revue passieren.

Wolfram_Hatz-2019

Vor einem Jahr befanden wir uns im Lockdown. Hätten Sie damals erwartet, dass ein Jahr später das Leben immer noch von Corona bestimmt wird?

Wolfram Hatz: Natürlich habe ich – wie viele andere – vor einem Jahr schon befürchtet, dass uns Corona noch eine Weile beschäftigen wird. Aber dass die Pandemie uns in diesen dramatischen Würgegriff nimmt, davon bin ich nicht ausgegangen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir mit dem Impfen Fortschritte machen – bei den Erst- und Zweitimpfungen, aber gerade auch beim Boostern.

Welche Note geben Sie dem zurückliegenden Jahr (mit kurzer Begründung)?

WH: Es steht mir nicht zu, Noten an die Politik zu geben. Wir haben zwar viel erreicht, sei es in der Digitalisierung, den ersten wichtigen Schritten in der Transformation oder dem eingeschlagenen Weg zur Klimaneutralität. Auf der Gegenseite stehen aber die immer wieder aufflammende Corona-Pandemie, der massive, die Erholung ausbremsende Materialmangel sowie enorme Markteingriffe zum Nachteil der Industrie. Dass wir erst Mitte 2022 das Vorkrisenniveau erreichen werden, zeigt das schwierige wirtschaftliche Umfeld des zu Ende gehenden Jahres.

Was ist 2021 besonders gut gelaufen?

WH: Wir blicken mit Stolz auf den Erfolg der bayerische Impfallianz zurück. Die gelebte Solidarität und das Engagement unserer Unternehmen beim betrieblichen Impfen begeistern mich bis heute. Ein weiteres Highlight ist der allen widrigen Umständen zum Trotz robuste Arbeitsmarkt. Auch mit Hilfe der Kurzarbeit haben Politik und Wirtschaft Lösungen gefunden, Fachkräfte im Betrieb zu halten und damit den Grundstein für die eingesetzte Erholung zu legen.

Was besonders schlecht?

WH: Leider wurden im Sommer keine Vorkehrungen getroffen, in diesem Winter die Ausbreitung von Corona einzudämmen. Das war ein großes Versäumnis. Außerdem schmerzt es mich als Unternehmer, dass die Wirtschaft volle Auftragsbücher wegen Material- und Lieferengpässen nicht abarbeiten kann – und das in einer Zeit, in der sich die Wirtschaft gerade wieder erholt!

Was ist aus ihrer Sicht kurzfristig notwendig?

WH: Die neue Bundesregierung muss erstens sofort ein wirksames Corona-Krisenmanagement sicherstellen, das ist am dringlichsten. Ich glaube, dass das ohne eine allgemeine Impfpflicht nicht gehen wird. Zweitens müssen jetzt die Weichen für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts richtig gestellt werden: Internationale Wettbewerbsfähigkeit und ambitionierter Klimaschutz müssen Hand in Hand gehen.

Mit welchen Hoffnungen/Erwartungen geht die bayerische bzw. niederbayerische Wirtschaft aus Ihrer Sicht ins nächste Jahr?

WH: Zu hoffen bleibt, dass Omikron Wirtschaft und Gesellschaft nur milde belastet. Wir haben im Zuge der Corona-Krise bislang so viele wirtschaftliche Herausforderungen gut gemeistert. Aus dieser Erkenntnis heraus speist sich meine Zuversicht für das neue Jahr. Weiter geht’s nur mit Optimismus