Letzte Aktualisierung: 28. September 2026
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Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2026 der Wirtschaftsforschungsinstitute
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Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrer aktuellen Gemeinschaftsdiagnose die Wachstumsprognose für Deutschland deutlich nach oben korrigiert. Das Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland soll im laufenden Jahr um 1,3 Prozent wachsen, im kommenden Jahr um 1,1 Prozent. Im Herbst 2025 hatten die Institute noch Wachstumsraten von 0,6 Prozent bzw. 0,9 Prozent prognostiziert. Im Jahr 2028 soll sich das Wachstum aber spürbar abschwächen auf 0,4 Prozent. Auch wenn die Erholung stärker ausfällt als zunächst erwartet, bleibt sie nach Einschätzung der Institute insgesamt schwach.
Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft kämpft im Herbst 2026 zwar mit einer Vielzahl konjunktureller Herausforderungen, insgesamt zeigt sie sich aber robust. Gegenüber dem Vorjahr erwartet die Gemeinschaftsdiagnose einen Zuwachs der weltweiten Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2025. Für die beiden Folgejahre erwarten die Wirtschaftsforscher jeweils 2,5 Prozent Wachstum. Verantwortlich für die robuste konjunkturelle Entwicklung sind vor allem massive Investitionen in die KI-Infrastruktur sowie steigende Verteidigungsausgaben in großen Teilen der Welt. Umgekehrt wirken sich der Krieg am Golf sowie die protektionistische Handelspolitik der US-Regierung bremsend auf die globale Konjunktur aus.
Deutschland
Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Ansicht der Institute in einem moderaten Aufschwung, das BIP ist drei Quartale in Folge gewachsen. Impulse kamen vor allem von den Exporten, die Unternehmensinvestitionen und der private Konsum blieben weiterhin schwach. Auch im Prognosezeitraum wird sich der private Konsum vor allem wegen der höheren Inflation nur schwach entwickeln. Die privaten Investitionen kommen ebenfalls nur langsam in Schwung. Deutiche Impulse gehen hingegen von den öffentlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung aus. Auch die Exporte werden sich positiv entwickeln, aber nicht mehr so dynamisch wie zuletzt. Am Arbeitsmarkt wird die konjunkturelle Erholung nach Ansicht der Institute ab dem kommenden Jahr spürbar, die Arbeitslosigkeit soll dann wieder sinken.
Unabhängig vom konjunkturellen Aufschwung bleibt das Potenzialwachstum in Deutschland allersings sehr niedrig. Die Forschungsinstitute erwarten bis 2031 ein jahresdurchschnittliches Potenzialwachstum von lediglich 0,3 Prozent. Das Arbeitsvolumen wird um 0,5 Prozent pro Jahr zurückgehen, da der demografiebedingte Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials nur unvollständig durch eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie Zuwanderung ausgeglichen werden kann. Künftiges Wachstum kann nur durch Produktivitätssteigerungen erzielt werden.
Wirtschaftspolitik
Um das Potenzialwachstum zu sichern und möglichst zu erhöhen, muss die Politik nach Empfehlungen der Institute das Arbeitsangebot stärken, bessere Rahmenbedingungen für Innovation, Digitalisierung, Forschung und Unternehmensinvestitionen schaffen sowie öffentliche und private Investitionen auf Infrastruktur, Energie, Digitalisierung und Produktionskapazitäten fokussieren.
Die expansive Finanzpolitik stützt zwar derzeit die Konjunktur, gleichzeitig steigen Defizit und Schuldenquote deutlich. Ab 2029, wenn die derzeitigen Ausnahmeregelungen auslaufen, wird der finanzpolitische Anpassungsbedarf erheblich zunehmen. Deshalb sollte die Konsolidierung bereits 2027 und 2028 vorbereitet und schrittweise eingeleitet werden. Die Konsolidierung des Haushalts muss aus Sicht der Institute über die Ausgaben- und nicht über die Einnamenseite erfolgen.