Letzte Aktualisierung: 02. April 2026
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Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2026 der Wirtschaftsforschungsinstitute
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Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrer aktuellen Gemeinschaftsdiagnose die Wachstumsprognose für Deutschland merklich nach unten korrigiert. Grund sind die kräftig gestiegenen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs, welche die im vergangenen Jahr eingesetzte langsame konjunkturelle Erholung dämpft. Ein stärkerer Bremseffekt wird durch die öffentlichen Ausgaben verhindert.
Weltwirtschaft
Die globale Konjunktur hat sich zwar stabilisiert, die wirtschaftliche Dynamik bleibt im langfristigen Blick jedoch schwach. Der Welthandel entwickelt sich ebenfalls nur verhalten. Handelshemmnisse, geopolitische Spannungen und eine zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft wirken dämpfend. Positive Impuls erhält die Weltwirtschaft vom Technologiesektor. Vor allem der KI-Boom sorgt sowohl für Investitionen in Ausrüstungen und Software als auch in Rechenzentren und Infrastruktur. Alles in allem prognostizieren die Institute für 2026 und 2027 ein globales Wirtschaftswachstum von jeweils 2,5 Prozent. 2025 hatte das globale Wirtschaftswachstum 2,8 Prozent betragen.
Deutschland
Nach einem mehrjährigen Abschwung hat im Verlauf des vergangenen Jahres eine langsame konjunkturelle Erholung in Deutschland eingesetzt. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock dämpft diese Erholung, da er sowohl die Kaufkraft der Konsumenten schwächt als auch die Kosten der Unternehmen erhöht. Die expansive Fiskalpolitik in Form der beiden Sondervermögen verhindert jedoch, dass die konjunkturelle Erholung vollständig zum Erliegen kommt. Der Prognose zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 0,6 Prozent und im kommenden Jahr um 0,9 Prozent zunehmen. Im Herbst 2025 hatten die Institute noch Wachstumsraten von 1,3 Prozent für 2025 und 1,4 Prozent für 2026 erwartet.
Wirtschaftspolitik
Die Institute betonen die Notwendigkeit einer wachstumsorientierten Wirtschaftspolitik. Statt kurzfristiger wirtschaftspolitischer Eingriffe sind langfristig angelegte Reformen notwendig: verlässliche Rahmenbedingungen, funktionierende Märkte und strukturelle Reformen. Deutschland leidet unter zu vielen regulatorischen Hemmnissen, die Investitionen und Innovationen bremsen. Deshalb sollten bürokratische Hürden abgebaut und die Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessert werden.
Spezialthema Arbeitszeit
Die Politik müsse zudem Anreize setzen, damit mehr gearbeitet wird – etwa durch Reformen im Steuer- und Transfersystem und verbesserte Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Verschiedene Gründe sind verantwortlich dafür, dass die Arbeitszeiten in Deutschland rückläufig sind. Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Das Arbeitsvolumen ist eine zentrale Grundlage für das Produktionspotenzial. Deshalb dämpft die sinkende durchschnittliche Arbeitszeit das langfristige Wachstum.