Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 21. Januar 2021

Themen und Services/Konjunktur/Bayern + Deutschland | Information

BIP-Prognose Bayern 2021

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 Volker Leinweber
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vbw erwartet 2021 Wachstum von drei Prozent – Vorkrisenniveau wird zum Jahresende nicht erreicht

Die Corona-Krise hat zu einer tiefen Rezession in der bayerischen Wirtschaft geführt. Nachdem sich die konjunkturelle Erholung bereits im Spätsommer verlangsamte, bremsen der Teil-Lockdown im November sowie die verschärften Einschränkungen über die Weihnachtszeit die Konjunktur zusätzlich. Somit startet die Wirtschaft geschwächt in das neue Jahr. Nach einem Rückgang von 6,5 Prozent im Jahr 2020 prognostiziert die vbw für 2021 ein Wachstum des bayerischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent. Damit wird das Vorkrisenniveau zum Jahresende 2021 noch nicht wieder erreicht sein.

Rückblick 2020

Nachdem die gesamtwirtschaftliche Dynamik bereits im Jahr 2019 schwach war, stürzte die bayerische Wirtschaft infolge der Corona-Pandemie und der notwendigen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte.

Die Industrie, bereits seit 2019 in einer Rezession, musste zwischenzeitlich Produktionsrückgänge um ein Drittel hinnehmen. Im Jahresdurchschnitt wird die Produktion mit einer zweistelligen Rate geringer ausfallen als im Vorjahr. Noch stärker betroffen sind das Gastgewerbe und der Tourismus: Hier brachen die Umsätze im Frühjahr um bis zu 90 Prozent ein. Angesichts des erneuten Lockdowns zum Jahresende ist im Gesamtjahr mit einem Rückgang um 40 bis 50 Prozent zu rechnen. Einbußen in mindestens gleicher Größenordnung müssen der Kultur-, Freizeit- und Event-Sektor hinnehmen.

Im Handel war die Entwicklung heterogen. Spürbare Umsatzeinbußen musste während der Lockdowns der stationäre Nicht-Lebensmittel-Einzelhandel hinnehmen. Gleiches gilt für den Kfz-Handel und die Kfz-Werkstätten. Vergleichsweise geringe und temporär begrenzte Umsatzrückgänge musste der Großhandel verkraften. Deutliche Zuwächse konnte hingegen der Online-Handel verbuchen. Die Bauindustrie zeigte sich vergleichsweise robust, die im Jahr 2020 weiter wachsen konnte, wenngleich nicht mehr so stark wie in den Vorjahren.

Die Corona-Krise hat auch den Arbeitsmarkt erfasst. Innerhalb von nur drei Monaten stieg die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im Frühjahr um gut 100.000. Ein noch stärkerer Anstieg konnte durch die umfassende Nutzung von Kurzarbeit verhindert werden. Seit Sommer ging die Arbeitslosigkeit wieder moderat zurück, diese Erholung ist aber durch den Lockdown zum Jahresende gefährdet

Ausblick 2021

Infolge der gestiegenen Infektionszahlen erwarten wir ein schwaches Winterhalbjahr mit einer leicht rückläufigen Produktionsentwicklung. Dabei wird die Wirtschaftsleistung nicht nur durch die Schließungen und verschärften Maßnahmen im Inland gebremst, sondern auch durch eine wieder nachlassende Auslandsnachfrage. In zahlreichen Regionen sind die Corona-Infektionen im Herbst und Winter deutlich gestiegen, was auch die dortige Wirtschaft geschwächt hat.

Angesichts der hohen Unsicherheit wird insbesondere die Investitionsneigung weltweit spürbar gedämpft bleiben, was Bayern als exportstarke Volkswirtschaft mit einem Schwerpunkt in der Investitionsgüterindustrie zu spüren bekommen wird.

Wir rechnen erst ab dem Frühjahr angesichts des dann wärmeren Wetters und der zu erhoffenden Erfolge der Impfungen mit einer nachhaltigen Abschwächung der Pandemie. Dann ist auch ein stärkerer konjunktureller Erholungseffekt zu erwarten.

Allerdings gibt es weitere belastende Aspekte, die die konjunkturelle Dynamik begrenzen. Es ist nicht absehbar, wie sich die Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich künftig gestalten. Der Welthandel wird auch weiterhin durch Handelskonflikte und protektionistische Politiken in vielen Ländern belastet. Unsere Wirtschaft, allen voran die Industrie steht vor großen strukturellen Herausforderungen wie der Digitalisierung, Dekarbonisierung und Klimaneutralität.

Insgesamt geht die vbw für 2021 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Bayern um drei Prozent aus. Damit wird das Vorkrisenniveau Ende 2021 noch nicht wieder erreicht sein. Die Prognose steht unter der Prämisse, dass man das Infektionsgeschehen ab Frühjahr so weit in den Griff bekommt, dass keine nennenswerten Einschränkungen der Wirtschaft mehr nötig sind.

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