Obwohl die Konjunktur- und Strukturkrise sowie die geopolitischen Herausforderungen deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen, bleibt die Fachkräftesicherung in einigen Branchen heute und zukünftig eine zentrale Aufgabe für die Unternehmen in Bayern.
Arbeitskräftelücke von 290.000 Personen bis 2035
Das Arbeitskräfteangebot in Bayern sinkt bis zum Jahr 2035 um 4,8 Prozent, wodurch eine rechnerische Arbeitskräftelücke von rund 290.000 Personen entsteht. Ausschlaggebend ist insbesondere die demografische Entwicklung sowie der schrittweise Renteneintritt der sogenannten Baby-Boomer-Generation. Bis 2036 erreichen in Deutschland 19,5 Millionen Babyboomer das Renteneintrittsalter und reißen eine Lücke in den Arbeitsmarkt und die sozialen Sicherungssysteme.
vbw Studie Regionale Arbeitslandschaften zeigt Engpässe in 28 Berufshauptgruppen
Die Ergebnisse unserer vbw Studie Regionale Arbeitslandschaften (Juni 2026) zeigen, dass trotz der sinkenden Nachfrage von Arbeits- und Fachkräften die Dynamik beim Rückgang des Arbeitskräfteangebotes deutlich höher ist. In der Konsequenz ist in 28 von 36 Berufshauptgruppen mit Arbeitskräfte- und Fachkräfteengpässen zu rechnen. Gleichzeitig können sich durch die Veränderungen bei der Tätigkeitsnachfrage, beispielsweise getrieben durch die Transformation, in manchen Bereichen auch Arbeitskräfteüberschüsse einstellen. Neben der Personalgewinnung wird künftig auch die Aufgabe an Bedeutung gewinnen, wie ein Mismatch zwischen Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt abgebaut werden kann.
Unser Positionspapier skizziert, welche Maßnahmen für eine erfolgreiche Arbeitskräfte- und Fachkräftesicherung erforderlich sind. Es müssen die richtigen Rahmenbedingungen für die Aktivierung aller inländischen Potenziale sowie die gezielte Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland geschaffen werden. Zudem müssen die Potenziale der Digitalisierung gehoben werden.