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Letzte Aktualisierung: 25. April 2022

Umfrage

Umfrage zur Energie- und Erdgasversorgung

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 Christine Völzow
Christine Völzow
Geschäftsführerin, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik
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 Volker Leinweber
Volker Leinweber
Geschäftsführer, Leiter der Abteilung Volks- und Außenwirtschaft
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1.141 Unternehmen mit 1,061 Mio. Beschäftigten beteiligten sich an unserer Umfrage zur Energie- und Erdgasversorgung, die zwischen dem 04. und 13. April 2022 durchgeführt wurde. Die teilnehmenden Unternehmen kommen grob zu je einem Drittel aus der M+E Industrie, anderen Industriebranchen sowie nicht-industriellen Wirtschaftszweigen wie Baugewerbe, Handel oder Gastgewerbe.

Die Ergebnisse der vorliegenden Umfrage sind eine erste ad-hoc-Einschätzung zum Zeitpunkt Mitte April 2022 und können die tatsächlichen und vollständigen Auswirkungen eines Lieferstopps von Erdgas oder anderen Rohstoffen nicht widergeben. Die Unternehmen sind erst dabei, ihre Lieferketten über alle Stufen durchzuprüfen und haben noch kein umfassendes Bild der gesamten Wertschöpfungskette. Darauf haben zahlreiche Unternehmen bei der Beantwortung der Umfrage hingewiesen. Die Gesamtauswirkungen eines Lieferstopps von Erdgas inklusive der Sekundäreffekte sind daher deutlich größer anzusetzen, als es die vorliegende Umfrage anzeigt. Auch konnten keine konkreten Zeiträume bei der Frage nach den Kompensations- und Umrüstungsmöglichkeiten genannt werden.

Erdgasstopp hätte dramatische Folgen

Im Falle einer kurzfristigen Nicht-Verfügbarkeit von Erdgas sehen sich 22 Prozent der Unternehmen gezwungen, ihre Produktion bzw. Geschäftstätigkeit einzustellen. Weitere 17 Prozent wären in hohem Maße negativ betroffen, vier Prozent mittelmäßig. In den energieintensiven Industriebranchen müsste jedes dritte Unternehmen seine Produktion bei einem Erdgasstopp einstellen.

Kompensationsmöglichkeiten im Falle von fehlendem Erdgas sehen die Unternehmen vor allem in erneuerbarem Gas. Nur zum Teil ist eine Umstellung auf Strom oder andere fossile Energieträger möglich. Nach einer erfolgreichen Umrüstung könnten aber nach Einschätzungen der Unternehmen im Schnitt nur drei Viertel der ursprünglichen Produktion weiter betrieben werden.

Als geeignete Maßnahmen zu Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sehen die Unternehmen vot allem eine Laufzeitverlängerung von Kohlekraftwerken, die Diversifizierung des Erdgasbezugs, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke.

Preissteigerungen und Lieferengpässe belasten die Wirtschaft

Bereits jetzt spüren unsere Unternehmen spürbare wirtschaftliche Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Drei Viertel der Firmen nannten kräftige Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen. Jeder vierte Betrieb berichtete zudem von gestörten Lieferketten – sowohl aus Russland, Belarus und der Ukraine als auch wegen gestörter Transportwege aus Drittstaaten. In der Industrie ist der Anteil noch etwas höher.

Energiepreise um fast 50 Prozent gestiegen

Knapp sieben Prozent der Unternehmen müssen für den Bezug von Energie 15 Prozent und mehr ihres Umsatzes aufwenden, bei weiteren neun Prozent sind es zwischen zehn und 15 Prozent des Umsatzes. In den energieintensiven Branchen wie der Chemie oder der Herstellung von Metallerzeugnissen muss fast jedes vierte Unternehmen zehn Prozent und mehr seines Umsatzes für Energie aufwenden. Im Schnitt berichten die Unternehmen von Energiepreissteigerungen um 47 Prozent seit Beginn des Kriegs.

Umfrage

Umfrage zur Energie- und Erdgasversorgung - Grafiken