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Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2020

Themen und Services/Bildung/Ausbildung | Information

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“: Änderungen der ersten Förderrichtlinie

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 Isabell Grella
Isabell Grella
Berufliche Bildung, Weiterbildung und Projekte
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Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern" fördert die Bundesregierung kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die erste Förderrichtlinie des Bundesprogramms für das Ausbildungsjahr 2020/21 ist nun angepasst worden.

Änderungen

Insbesondere folgende Änderungen sind in der Überarbeitung der Richtlinie enthalten:

  • Das Förderkriterium der Corona-Betroffenheit für Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie Plus ist ausgeweitet, und damit eine Antragstellung für mehrere Unternehmen möglich geworden. Erforderlich ist nun ein Umsatzrückgang in mindestens zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und Dezember 2020 in Höhe von 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten, oder in fünf zusammenhängenden Monaten desselben Zeitraumes in Höhe von 30 Prozent, oder ein Monat Kurzarbeit auch im zweiten Halbjahr 2020.
  • Der Ausbildungsbeginn für geförderte Ausbildungsverhältnisse wird vom 01. August 2020 auf den 24. Juni 2020 vorverlegt.
  • Die Befristung für Zuschüsse bei Vermeidung von Kurzarbeitergeld (KuG) für Auszubildende und Ausbilder wird bis Ende Juni 2021 verlängert.
  • Die Übernahmeprämie für Insolvenz-Azubis wird ebenfalls bis Ende Juni 2021 verlängert und die Beschränkung auf KMU wird aufgehoben, sowohl beim abgebenden als auch beim aufnehmenden Betrieb. Bei allen anderen Fördermaßnahmen bleibt die Betriebsgrößenbeschränkung auf maximal 249 Beschäftigte bestehen.

Anträge

Anträge auf Ausbildungsprämien können

  • innerhalb von 3 Monaten nach dem 11. Dezember 2020 (also bis 10. März 2021) oder
  • wenn die Probezeit erst nach dem 11. Dezember 2020 abläuft, innerhalb von 3 Monaten nach dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses
gestellt werden. Die beschlossenen Änderungen gelten auch rückwirkend. Das bedeutet: Anträge auf Förderungen können innerhalb von drei Monaten auch für Ausbildungsverhältnisse gestellt werden, für die bisher eine Förderung nicht möglich war beziehungsweise wo ein vorheriger Antrag abgelehnt wurde. Hier ist es für Arbeitgeber erforderlich, einen neuen Antrag mit allen dazugehörigen Unterlagen (z. B. Bescheinigung der Kammer, De-minimis-Erklärung) zu stellen.

Bewertung

Die Änderungen sind zu begrüßen. Sie bringen die notwendige zeitliche Flexibilisierung zur Antragstellung bis ins kommende Jahr.

Neues Beratungsangebot der Taskforce Fachkräftesicherung

Um Sie aktiv und persönlich bei Ihren unternehmensspezifischen Fragen rund um die Maßnahmen der Ausbildungsförderung zu unterstützen, stehen Ihnen folgende überregionale Ansprechpartner*innen der Taskforce Fachkräftesicherung zur Verfügung:

Kathrin Kromas
kathrin.kromas@fks-plus.de Tel: 0170-652 73 78
Christiane Alter christiane.alter@fks-plus.de Tel: 0152-568 840 68

Ziel des Bundesprogrammes

Erklärtes Ziel ist es, ausbildende Betriebe in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation dabei zu unterstützen, Ausbildungskapazitäten aufrecht zu erhalten oder zu steigern, Kurzarbeit für Auszubildende zu vermeiden, Auftrags- und Verbundausbildung zu fördern sowie Anreize zur Übernahme von Auszubildenden im Falle einer Insolvenz zu schaffen. Eine gleichzeitige Inanspruchnahme anderer Förderprogramme von Bund und Ländern mit gleicher Zielsetzung ist ausgeschlossen.

Durchführung

Die Umsetzung erfolgt durch die Bundesagentur für Arbeit.

Maßnahmen der ersten Förderrichtlinie

Die Eckpunkte sind:

Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus

Antragsberechtigt sind KMU mit bis zu 249 Beschäftigten, die durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.

Das Förderkriterium der Corona-Betroffenheit ist nun ein Umsatzrückgang in mindestens zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und Dezember 2020 in Höhe von 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten, oder in fünf zusammenhängenden Monaten desselben Zeitraums in Höhe von 30 Prozent, oder ein Monat Kurzarbeit auch im zweiten Halbjahr 2020.

Eine Förderung setzt voraus, dass das Ausbildungsniveau im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringert wurde.

Für die Ausbildungsprämien bestätigen die zuständigen Stellen für die Ausbildungsjahre 2017/2018, 2018/2019, 2019/2020 die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge, bei denen die Probezeit erfolgreich abgeschlossen wurde.

Gefördert wird bei Vorliegen der Voraussetzungen durch einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit.

Relevant ist ein Ausbildungsbeginn im Ausbildungsjahr 2020/21. Ausbildungsverträge können jetzt abgeschlossen werden.

Ausbildungsprämie bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus

Gefördert wird bei Vorliegen der Voraussetzungen – anstelle der Förderung über 2.000 Euro – durch einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro für jeden über das frühere Ausbildungsniveau zusätzlich für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag bei KMU. Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit.

Relevant ist ein Ausbildungsbeginn im Ausbildungsjahr 2020/21. Ausbildungsverträge können jetzt abgeschlossen werden.

Übernahmeprämie

Antragsberechtigt sind KMU, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen. Die Förderung erfolgt bei Vorliegen der Voraussetzungen durch eine einmalige Übernahmeprämie in Höhe von 3.000 Euro pro aufgenommenen Auszubildenden an das aufnehmende KMU.

Die Übernahmeprämie für Insolvenz-Azubis wird ebenfalls bis Ende Juni 2021 verlängert und die Beschränkung auf KMU wird aufgehoben, sowohl beim abgebenden als auch beim aufnehmenden Betrieb.

Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung

Antragsberechtigt sind KMU, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die Corona-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder nicht in Kurzarbeit bringen.

Erforderlich ist eine Fortsetzung der Ausbildungsaktivitäten und ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb. Die Förderung erfolgt in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem im Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist.

Die Befristung für Zuschüsse bei Vermeidung von Kurzarbeitergeld (KuG) für Auszubildende und Ausbilder wird bis Ende Juni 2021 verlängert.

Anträge

Die entsprechenden Antragsunterlagen stehen auf der Website der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

  • Sie finden dort neben den Antragsformularen auch jeweils die Formulare für die notwendigen Bescheinigungen der zuständigen Stelle zur Bestätigung der Eintragung der zu fördernden Auszubildenden in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse bei den Kammern bzw. im Fall der Ausbildungsprämie/plus zusätzlich zur Bescheinigung der Anzahl der in den vergangenen drei Jahren eingetragenen Ausbildungsverhältnisse eines Betriebes, die dem Förderantrag bei der BA hinzuzufügen sind.
  • Die Auszahlung erfolgt jeweils nach Ende der vertraglich vereinbarten Probezeit der Auszubildenden, die laut BBiG einen Monat beträgt und auf bis zu vier Monate verlängert werden kann.

Wenden Sie sich bei Fragen gerne direkt an unsere Ansprechpartnerin Isabell Grella.

Anträge auf Ausbildungsprämien können

  • innerhalb von 3 Monaten nach dem 11. Dezember 2020 (also bis 10. März 2021) oder
  • wenn die Probezeit erst nach dem 11. Dezember 2020 abläuft, innerhalb von 3 Monaten nach dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses
gestellt werden. Die beschlossenen Änderungen gelten auch rückwirkend. Das bedeutet: Anträge auf Förderungen können innerhalb von drei Monaten auch für Ausbildungsverhältnisse gestellt werden, für die bisher eine Förderung nicht möglich war bzw. wo ein vorheriger Antrag abgelehnt wurde. Hier ist es für Arbeitgeber erforderlich, einen neuen Antrag mit allen dazugehörigen Unterlagen (z.B. Bescheinigung der Kammer, De-minimis-Erklärung) zu stellen.