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Themen und Services/Außenwirtschaft/Brexit

Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2022

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Brexit und Zoll – Änderungen zum 01. Januar 2021

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Änderungen auf britischer Seite

Bereits vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase am 31. Dezember 2020 hatte die britische Regierung angekündigt, Zollkontrollen und bestimmte Zollformalitäten für Einfuhren aus der Europäischen Union ab 2021 stufenweise einzuführen. Mit der stufenweisen Einführung sollten Verzögerungen bei der Einfuhr vermieden und das britische Zollpersonal entlastet werden. Diese einseitigen Maßnahmen wurden mehrmals verlängert und enden größtenteils zum 01. Januar 2022:

1) Das Verfahren „delayed declaration“

Die Möglichkeit, Einfuhranmeldungen bis zu sechs Monate nach der Einfuhr zu vervollständigen, entfällt ab dem 01. Januar 2022. Ab dann ist eine vollständige Zollanmeldung bei der Einfuhr grundsätzlich verpflichtend. Das bedeutet, dass auch die Erklärung zum Ursprung bereits bei der Zollanmeldung vorliegen muss, wenn Zollpräferenzen gemäß dem Handels- und Kooperationsabkommen genutzt werden.

2) Änderungen bei der Einfuhr von Lebensmitteln

Ab dem 01. Januar 2022 ist eine Vorabanmeldung für folgende Erzeugnisse notwendig:

  • Erzeugnisse tierischen Ursprungs,
  • bestimmte tierische Nebenprodukte,
  • Hochrisikolebensmittel nicht tierischen Ursprungs,
  • bestimmte Pflanzen und Pflanzenprodukte mit geringem Risiko.

Ab dem 01. Juli 2022 wird unter anderem die Vorlage von Veterinärbescheinigungen und Pflanzengesundheitszeugnissen verpflichtend sein.

Änderungen auf EU-Seite

Zwischen dem Abschluss der Verhandlungen zum Handels- und Kooperationsabkommen am 24. Dezember 2020 und der vorläufigen Anwendung des Abkommen seit dem 01.01.2021 lagen nur wenige Tage. Lieferantenerklärungen konnten in der Kürze der Zeit nicht aktualisiert werden. Daher erließ die EU-Kommission Ende Dezember 2020 die Durchführungsverordnung 2020/2254 . Gemäß der Durchführungsverordnung dürfen EU-Ausführer Präferenznachweise für Ausfuhren in das Vereinigte Königreich auch dann ausstellen, wenn ihnen Lieferantenerklärungen noch nicht vorliegen. Bis zum 01. Januar 2022 müssen sich die Lieferantenerklärungen jedoch im Besitz des Ausführers befinden. Ab dem Jahreswechsel entfällt diese Vereinfachung. Stellen Ausführer Präferenznachweise aus, so müssen sie sicherstellen, im Besitz der notwendigen Lieferantenerklärungen zu sein.