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Letzte Aktualisierung: 12. Mai 2026

Pressemitteilung zum vbw „Weißbierindex“ Frühjahr 2026

  • Index mit 87 von 200 Punkten deutlich unter Normalniveau
  • Weißbierindex kommt nicht vom Fleck
  • Perspektiven haben sich verschlechtert
  • Bestenfalls Miniwachstum im laufenden Jahr

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. prognostiziert für 2026 ein weiteres Jahr ohne nennenswertes Wirtschaftswachstum. Zwar sieht die vbw den konjunkturellen Tiefpunkt erreicht, eine nachhaltige Besserung ist aber nicht in Sicht – auch wegen externer Rückschläge. „Als Folge des Iran-Kriegs sehen wir eine steigende Inflation, höhere Kosten für die Unternehmen sowie gestörte globale Lieferketten. Das bremst den Konsum, das verteuert und erschwert die Produktion und das dämpft die Investitionsneigung“, betonte vbw Präsident Wolfram Hatz bei der heutigen Vorstellung des aktuellen vbw „Weißbier-Index“ und fügte hinzu: Umso dringlicher ist ein grundlegendes und umfassendes Reformpaket für Deutschland – und das bis zum Sommer. Alles andere wäre ein dramatisches Signal für unseren Standort.“

Gegenüber dem Herbst 2025 ist der Index minimal von 86 Punkten auf 87 Punkte gestiegen. „Der vbw Index tritt auf der Stelle, unser Weißbierglas füllt sich nicht. Er liegt weiterhin deutlich unter dem Normalniveau von 100 Punkten“, machte Hatz deutlich. Ebenso liegen alle vier Teilindizes immer noch unter dem Normalniveau. Zwar konnte sich der Lageindex Wachstum, der die allgemeine Konjunkturlage beschreibt, um sieben auf 84 Punkte verbessern, er bleibt aber der schwächste Teilindex. Der Lageindex Beschäftigung sank um einen Punkt auf 86 Punkte, während der Prognoseindex Beschäftigung um drei Punkte auf 85 Punkte zulegte. Kritisch ist vor allem der Prognoseindex Wachstum, dieser sank um fünf auf 92 Punkte. „Die Wirtschaft kommt nicht vom Fleck, und die Perspektiven haben sich sogar wieder verschlechtert“, so Hatz.

Noch zu Beginn des Jahres herrschte eine vorsichtige Zuversicht, so stiegen die Auftragseingänge in der Industrie im vergangenen Jahr um drei Prozent, die Baugenehmigungen um zehn Prozent. Der Iran-Krieg und dessen wirtschaftliche Auswirkungen führten jedoch wieder zu kräftigen Preissprüngen, die aufkeimende Aufbruchsstimmung ist aus Sicht der vbw wieder verflogen. „Zum einen liegt das an den massiv gestiegenen Energiepreisen für alle Branchen. Dazu kommt, dass die Transport- und Logistikbranche besonders betroffen ist, und damit der Sektor, der für das Funktionieren der Liefer- und Wertschöpfungsketten verantwortlich ist“, machte Hatz deutlich und führte aus: „Selbst, wenn sich die Lage im Nahen Osten schnell entspannt, wird es noch einige Zeit dauern, bis die Handelsströme wieder reibungslos funktionieren und die Folgen überwunden sind.“

Zudem scheint der Zollkonflikt mit den USA wieder aufzuflammen. Darum fordert die vbw umso dringender die Umsetzung grundlegender Reformen durch die Bundesregierung, um den wirtschaftlichen Aufschwung wieder in Gang zu setzen. „Reformwille ist bei der schwarz-roten Koalition ja durchaus erkennbar, aber bei der Umsetzung hakt es gewaltig“, bemängelte Hatz. Zentral bleiben für die vbw tiefgreifende Strukturreformen, anstatt kurzfristiger und temporärer Sofortmaßnahmen. „In den nächsten zwölf Wochen müssen wir den Reform-Turbo zünden. Wir verlieren Tag für Tag an Wettbewerbsfähigkeit, an Industriearbeitsplätzen und letztendlich an Zuversicht. Konkret benötigen wir geringere Arbeitskosten, insbesondere geringere Lohnzusatzkosten durch eine zielgerichtete und rasche Reform der sozialen Sicherungssysteme. Zudem braucht es eine spürbare Entlastung bei den hohen Energiepreisen und Steuern, eine Reform des Arbeitszeitrechts sowie einen tiefgreifenden Bürokratieabbau, der eine deutliche Vereinfachung von Genehmigungsverfahren mit sich bringen muss. Nur so bleiben wir wirtschaftlich stark auch in Krisenzeiten.“

Abschließend betonte Hatz: „Das Zeitfenster für Reformen ist noch offen, vor den Sommerferien muss jetzt gehandelt werden. Es geht um unsere Zukunft – nicht nur wirtschaftlich.“

Eine grafische Darstellung des vbw Index finden Sie unter:
www.vbw-bayern.de/vbw-index

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