Letzte Aktualisierung: 06. Mai 2026
Pressemitteilung
Krieg in der Golfregion befeuert Anstieg der Rohstoffpreise / Brossardt: „Hohe Kosten belasten Unternehmen im Freistaat erheblich“
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Der Rohstoffpreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist im ersten Quartal des Jahres 2026 um 14,3 Prozent auf 188,9 Punkte gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag der Index um fast ein Viertel (+23,1 Prozent) höher. „Die Rohstoffpreise liegen nahezu wieder auf dem Rekordhoch von 2021. Die Preise steigen seit bald einem Jahr deutlich und haben zuletzt weiter an Dynamik gewonnen. Der Iran-Krieg befeuert diese Entwicklung zusätzlich. Kaum eine Branche bleibt von den Preissteigerungen unberührt“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Am stärksten stieg im ersten Quartal 2026 mit einem Plus von 34,2 Prozent der Preisindex für Edelmetalle an. Erneut verteuerte sich insbesondere Silber (+55,3 Prozent). Gegenüber dem ersten Quartal 2025 lag der Preis sogar um 163,1 Prozent höher. Auch die Preise für Seltene Erden verzeichneten im abgelaufenen Quartal einen überdurchschnittlichen Preisanstieg von 29,3 Prozent. Sehr viel teurer wurden insbesondere Samarium (+114,0 Prozent) und Neodym (+46,6 Prozent).
Die Preise für Industriemetalle sind im ersten Quartal 2026 um 14,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Deutlich teurer wurde unter anderem Lithium, mit einem Plus von 80,8 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichnete Wolfram, dessen Preis sich mehr als verdoppelte (+131,4 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg der Preis sogar um 413,8 Prozent. „Strenge Exportkontrollen der chinesischen Regierung treffen auf eine gestiegene Nachfrage aus der Rüstungs- und Technologieindustrie. Beides zusammen treibt die Preise in die Höhe. Wolfram kommt unter anderem bei der Herstellung von KI-Chips und modernen Waffen zum Einsatz. Die Preisexplosion bei Lithium lässt sich auch darauf zurückführen, dass auf Grund der Knappheit von Öl und Gas die Nachfrage massiv gestiegen ist, da nun vermehrt auf Elektro gesetzt wird“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Auch die für die bayerische Wirtschaft sehr wichtigen Metalle Kupfer und Aluminium wurden gegenüber dem Vorquartal um 15,7 Prozent und 12,9 Prozent teurer. Das ist gerade für den im Freistaat starken Automobil- und Maschinenbausektor eine zusätzliche Belastung.“
Angesichts steigender Rohstoffpreise und möglicher Versorgungsengpässe fordert die vbw einen langfristig ausgerichteten, sicheren und belastbaren Rohstoffimport. Dafür braucht es einen deutlich diversifizierteren Bezug von Rohstoffen: „Wir müssen die Abhängigkeit von einzelnen Rohstofflieferanten und -ländern verringern. Daneben gilt es, die Rohstoffeffizienz durch gezielte Forschung voranzutreiben und die Gewinnung von Sekundärrohstoffen durch eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft zu stärken“, so Brossardt abschließend.
Basisjahr für den vbw Rohstoffpreisindex ist 2015 (2015=100). In den vbw Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Den kompletten vbw Rohstoffpreisindex finden Sie hier .