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Letzte Aktualisierung: 04. November 2026

Pressemitteilung

Rohstoffpreise nähern sich im September Allzeithoch an / Brossardt: „Unternehmen brauchen sichere Rohstoffverfügbarkeit zu bezahlbaren Preisen“

Der Rohstoffpreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. lag im dritten Quartal des Jahres 2026 durchschnittlich bei 201,6 Punkten. Im Vergleich zum zweiten Quartal ging der Index leicht um 1,8 Prozent zurück, nachdem er zuvor vier Quartale in Folge angestiegen war. „Von einer Entlastung kann hier aber nicht gesprochen werden. Vielmehr lässt sich der leichte Rückgang auf die hohe Volatilität im Quartalsverlauf zurückführen. Während der Index im Juli merklich um 4,5 Prozent zurückging, stieg er im August um 3,6 Prozent und im September um 2,0 Prozent wieder an. Er erreichte damit im September sogar den zweithöchsten Stand seit Beginn der Erhebung. Im Vergleich zum dritten Quartal 2025 lagen die Rohstoffpreise für die bayerische Wirtschaft um fast ein Drittel höher. In der ohnehin schon angespannten Wirtschaftslage sind steigende Rohstoffpreise eine zusätzliche massive Belastung für die Betriebe im Freistaat“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Preise für Industriemetalle sind im dritten Quartal 2026 um durchschnittlich 2,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken. Den stärksten Rückgang verzeichnete Selen (-21,9 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresquartal verteuerten sich die Industriemetalle deutlich um durchschnittlich 32,6 Prozent. Verantwortlich hierfür waren insbesondere höhere Preise für Kupfer (+44,2 Prozent) und Aluminium (+23,3 Prozent). „Bei Aluminium wirken sich vor allem die hohen Energiepreise und die Sperrung der Straße von Hormus auf den Preis aus, da die Produktion energieintensiv ist und wichtige Produzenten im Golfraum sitzen. Beim Kupfer treffen Engpässe beim Ausbau der Produktionskapazitäten auf eine strukturell wachsende Nachfrage nach elektrischen Ausrüstungen für die Elektrifizierung. Diese wird durch Investitionen in KI-Rechenzentren noch beschleunigt“, führt Brossardt aus. Zusätzlich stiegen die Preise für Wolfram (+347,8 Prozent), Tantal (+163,0 Prozent), Indium (+123,0 Prozent) und Lithium (+114,8 Prozent) im Vorjahresvergleich dramatisch. Diese Metalle sind für Halbleiter, Batterien und elektronische Bauteile essenziell.

Die Preise für Seltene Erden sind im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 4,0 Prozent gestiegen. Sehr viel teurer wurde Gadolinium (+24,4 Prozent), gefolgt von Samarium (+10,3 Prozent) und Terbium (+7,5 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresquartal lagen die Preise für Seltene Erden sogar um 45,4 Prozent höher. „Verantwortlich sind hierfür neben einer gestiegenen Nachfrage vor allem die anhaltenden Exportbeschränkungen Chinas insbesondere für schwere Seltene Erden“, erläutert Brossardt.

Die vbw fordert angesichts der hohen Preise, den Bezug von Rohstoffen politisch dringend zu priorisieren: „Eine sichere Rohstoffverfügbarkeit zu bezahlbaren Preisen bleibt für die Unternehmen eine große Herausforderung. Um Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern und der geopolitischen Weltlage zu verringern, müssen wir dringend neue Märkte mit gleichwertigen Wettbewerbsbedingungen erschließen“, so Brossardt.

Basisjahr für den vbw Rohstoffpreisindex ist 2015 (2015=100). In den vbw Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Den kompletten vbw Rohstoffpreisindex finden Sie hier .

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