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Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2026

Pressemitteilung

Wirtschaft kämpft weiter mit hohen Rohstoffkosten / Brossardt: „Um Abhängigkeiten zu verhindern, müssen wir dringend neue Märkte erschließen.“

– Der Rohstoffpreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. setzt seinen Aufwärtstrend fort und ist im November 2025 gegenüber dem Vormonat Oktober um 1,2 Prozent auf 163,4 Punkte gestiegen. Gegenüber dem Durchschnitt des Vor-Corona-Jahres 2019 lag der vbw Rohstoffpreisindex sogar um fast die Hälfte (+48,1 Prozent) höher. „Das erhöhte Niveau der Rohstoffpreise und somit auch das erhöhte Niveau der Beschaffungskosten für die Unternehmen verfestigt sich zunehmend. Das beunruhigt uns, da die Unternehmen bereits mit vielen weiteren Herausforderungen konfrontiert sind“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Auch die Preise für Industriemetalle stiegen im November an. Das Plus gegenüber dem Vormonat Oktober lag bei 1,4 Prozent. Verantwortlich dafür waren unter anderem höhere Preise für Kupfer (+1,0 Prozent) und Aluminium (+1,3 Prozent) – beides Industriemetalle, die als Rohstoffe vor allem für die bayerische Metall- und Elektroindustrie sehr bedeutsam sind. Deutlich teurer wurden darüber hinaus Lithium (+15,5 Prozent), Wolfram (+15,4 Prozent) und Kobalt (+13,2 Prozent). „Besonders alarmierend ist, dass gegenüber dem Vorjahr insbesondere die Preise für Wolfram und Kobalt, um 114,3 beziehungsweise 99,2 Prozent stark angestiegen sind“, so Brossardt.

Nachdem der Teilindex für Edelmetalle im Jahresverlauf besonders stark gestiegen war, legte er im November um unterdurchschnittliche 0,6 Prozent zu. Der Teilindex, der die Preisentwicklung der Seltenen Erden widerspiegelt, stieg im November im Vergleich zum Vormonat überdurchschnittlich um 8,9 Prozent an. Deutlich teurer wurden insbesondere Samarium (+25,8 Prozent), Praseodym (+24,9 Prozent) und Neodym (+23,0 Prozent). „Die angedrohten Exportbeschränkungen Chinas sorgen für eine große Unruhe und Unsicherheit am Markt und sind eine Bedrohung für unsere Betriebe. Eine aktuelle Umfrage der Verbände unter den Unternehmen der M+E Industrie hat ergeben, dass gut 30 Prozent der Unternehmen direkt oder indirekt von derzeitigen chinesischen Exportbeschränkungen betroffen sind. Das führt zu steigenden Einkaufspreisen, verzögerten Lieferungen oder sogar Produktionsstopps“, erläutert Brossardt.

Die vbw fordert angesichts der hohen Preise, den Bezug von Rohstoffen politisch dringend zu priorisieren: „Eine sichere Rohstoffverfügbarkeit zu bezahlbaren Preisen bleibt für die Unternehmen eine große Herausforderung. Um einseitige Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern zu verhindern, müssen wir dringend neue Märkte mit gleichwertigen Wettbewerbsbedingungen erschließen“, fordert Brossardt.

Basisjahr für den vbw Rohstoffpreisindex ist 2015 (2015=100). In den vbw Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Den kompletten vbw Rohstoffpreisindex finden Sie hier.

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