Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2026
Pressemitteilung
Fachkräfteengpässe in Bayern bis 2035 – in Oberbayern werden 80.000 Personen fehlen / Brossardt: „Region von Mangel am stärksten betroffen – Angebot sinkt stärker als Nachfrage“
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Der Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel wird sich in Oberbayern bis 2035 kontinuierlich und deutlich verschärfen. Das Angebot geht stärker zurück als die Nachfrage, so dass die Fachkräftelücke in der Region von 68.350 Personen im Jahr 2025 auf 80.250 Personen im Jahr 2035 wachsen wird. Besonders rapide wird sich die Lage zwischen 2029 und 2035 verschlechtern. „Damit ist Oberbayern die vom Fachkräftemangel am stärksten betroffene Region in Bayern. In 25 von 36 Berufshauptgruppen werden Engpässe auftreten. Zentraler Treiber ist die demografische Entwicklung. Zahlreiche Beschäftigte gehen in Rente, gleichzeitig sinkt die Geburtenrate“, schildert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die Ergebnisse der Studie „Regionale Arbeitslandschaften“ für Oberbayern. Die Neuauflage der Studie von 2023 wurde von der Prognos AG im Auftrag der vbw erstellt und heute vorgestellt. Sie nimmt erneut die Entwicklung des Angebots und der Nachfrage von Arbeitskräften in den einzelnen Landkreisen sowie kreisfreien Städten in den Blick. Das zugehörige Webmagazin ermöglicht Einblicke in die regionalen Unterschiede sowie Entwicklungen vor Ort.
Erstmalig arbeitet die aktuelle Studie neben dem oben genannten Basisszenario mit zwei zusätzlichen Szenarien, bei denen die Lücke an qualifizierten Beschäftigten je nach wirtschaftlicher Entwicklung kleiner oder größer ausfällt. „In jedem Fall wird das Arbeitskräfteangebot im Freistaat stärker zurückgehen als die Nachfrage. Insgesamt fällt die errechnete Lücke aber aufgrund der angespannten konjunkturellen Lage sowohl für Oberbayern als auch für Bayern kleiner aus als noch im Jahr 2023 angenommen. Damals hatten wir für Oberbayern noch eine Fachkräftelücke bis 2035 von rund 106.000 Personen prognostiziert. Mit Blick auf das Arbeitskräfteangebot in ganz Bayern zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle. Die ländlichen Kreise Oberbayerns sind davon besonders betroffen. So sinkt das Arbeitskräfteangebot am stärksten in den Kreisen Garmisch-Partenkirchen mit einem Minus von 5,5 Prozent, Altötting mit einem Minus von 5,3 und Weilheim-Schongau mit einem Minus von 5,2 Prozent“, führt Brossardt aus und ergänzt: „Deutlich besser ist die Lage im Landkreis Dachau mit einem Minus von 0,6 Prozent. Gleichzeitig steigt das Arbeitskräfteangebot in den Ballungszentren. Ein echtes Überangebot sehen wir aber nirgendwo in Bayern und Oberbayern. Bei der Nachfrage zeigt sich ein differenzierteres Bild, denn hier ist die wirtschaftliche Struktur vor Ort ausschlaggebend.“ Der Arbeitskräftemangel manifestiert sich 2035 in Oberbayern im Kreis Garmisch-Partenkirchen am stärksten, wo die Nachfrage nach insgesamt 36.600 Arbeitskräften um rund 6,8 Prozent über dem Angebot liegen wird. In der Stadt Ingolstadt wird die Nachfrage mit 107.000 Arbeitskräften das Angebot um 0,7 Prozent übersteigen. Grund für diese vergleichsweise günstige Entwicklung ist der relativ geringe Rückgang des Arbeitskräfteangebots.
„Die Zahlen zeigen, dass die Fachkräftesicherung für die oberbayerischen Unternehmen langfristig eine zentrale Zukunftsaufgabe bleibt. Darum müssen wir alle Beschäftigtenpotenziale heben, etwa indem wir die Erwerbsbeteiligung von Älteren und Teilzeitkräften erhöhen. Gleichzeitig müssen wir die Arbeitszeitpotenziale heben, indem wir die Arbeitszeit flexibilisieren“, so Brossardt abschließend.
Die Studie und das Webmagazin zur Entwicklung in Oberbayern sind abrufbar unter:
www.vbw-bayern.de/regionalearbeitslandschaften
www.vbw-bayern.de/arbeitslandschaften_webmagazin