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Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2026

Position

Veränderte Weltwirtschaft – Veränderte Außenhandelsstrategie

Unser wirtschaftlicher Erfolg und damit unser Wohlstand beruhen zu einem großen Teil auf der Internationalisierung unserer Wirtschaft. Bayern ist eine offene Volkswirtschaft und intensiv in den internationalen Warenhandel und in globale Investitionsströme eingebunden. An diesem Geschäftsmodell müssen wir festhalten, um Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand auch in Zukunft zu sichern.

Weltwirtschaft im Wandel: USA, China und globale Überkapazitäten

Die Weltwirtschaftsordnung befindet sich im Umbruch. Die USA haben sich unter der zweiten Trump-Regierung vom Freihandel abgekehrt und untergraben mit transaktionalen Deals die regelbasierte Handelsordnung. China nutzt Lücken im Regelwerk der WTO, um seine Industrie massiv zu subventionieren. Das führt zu globalen Überkapazitäten und internationalen Wettbewerbsverzerrungen. Gerade Deutschland und Bayern verlieren Marktanteile an chinesische Wettbewerber. Dies gilt nicht nur in China, sondern auch auf Drittlandsmärkten und zunehmend in Europa. Diese Konkurrenz bedroht die hiesige Industrie.

Außenhandelsstrategie stetig anpassen, aber nicht aufgeben

Vor diesem Hintergrund müssen wir unsere Außenhandelsstrategie stetig anpassen und neu austarieren, aufgeben dürfen wir unser Geschäftsmodell aber keinesfalls. Dies wäre zum Schaden für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft.

Notwendig ist eine Risikoabwägung zwischen Effizienz und Kostenoptimierung auf der einen Seite und Versorgungssicherheit auf der anderen. Um unsere Resilienz zu steigern, müssen Abhängigkeiten reduziert und künftig vermieden werden. Hierfür ist eine stärkere Diversifizierung der Handelspartner notwendig. Die Reduzierung von Abhängigkeiten bedeutet nicht, sich von einzelnen Partnern abzukoppeln, sondern zusätzliche Partner zu gewinnen. Das komplette Rückverlagern von Produktion ins Inland oder ins nahe Ausland ist kein geeigneter Weg, um unsere Resilienz zu steigern.

Zum Austarieren unserer Außenhandelsstrategie gehört auch die Wahl unserer Handelspartner. Wir sollten verstärkt auf Partnerländer und -regionen setzen, die unsere Werte im Hinblick auf Wirtschafts- und Gesellschaftssystem teilen – ohne aber andere Staaten auszuschließen. Wir setzen weiterhin darauf, dass gegenseitiger Handel und Wirtschaftsbeziehungen grundsätzlich stabilisierend wirken.

Außenhandelsstrategie ist Unternehmerentscheidung – Politik kann unterstützen

Die Frage des Geschäftsmodells ist eine ureigene Unternehmerentscheidung. Die Politik kann die Firmen aber unterstützen, das volkswirtschaftliche Ziel der Diversifizierung und Resilienzsteigerung zu erreichen: durch den Abschluss von Handelsabkommen, durch eine auf Diversifizierung ausgerichtete Außenwirtschaftsförderung sowie durch eine allgemeine Verbesserung der Standortbedingungen in Deutschland und Europa.

Die übergeordnete Aufgabe der Politik ist es, sich klar gegen Protektionismus zu positionieren und für Freihandel einzutreten. Auf konkrete unlautere Maßnahmen sollte aber gezielt reagiert werden. Die EU muss und kann selbstbewusst als eigenständiger Akteur im geoökonomischen Umfeld auftreten und sich so einer Bi-Polarisierung der Weltwirtschaft entgegenstellen. Verhandlungen müssen auf Augenhöhe geführt werden, um Reziprozität bei Handels- und Investitionsbedingungen einzufordern und so für ein Level Playing Field zu sorgen.

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