Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2026
Studie
Social Media – Bildung – Integrität
Vorschule, Schule, Projekte und Aktionsrat Bildung
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Mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen zeigt ein problematisches Nutzungsverhalten in Bezug auf Social Media, rund fünf Prozent davon sind als Social-Media-süchtig einzustufen. Zudem sind die täglichen Nutzungszeiten von Social Media beunruhigend hoch.
In seinem neuen Gutachten „Social Media – Bildung – Integrität“ spricht sich der Aktionsrat Bildung für eine gesetzliche Altersbegrenzung für den Zugang zu Social-Media-Plattformen aus. Zugleich macht er deutlich, dass Verbote alleine nicht ausreichen, um Kinder und Jugendliche auf eine zielgerichtete und integre Nutzung von Social Media vorzubereiten.
Handlungsempfehlungen an die Bildungspolitik
Das Gutachten führt den Begriff der „medialen Integrität“ ein und fordert eine altersgerechte Vermittlung und Einübung über alle Bildungsphasen hinweg, beginnend in der Frühen Bildung. Die Studie geht auf die rechtlichen und technischen Voraussetzungen ein, die für ein medienpädagogisch wirksames Handeln in einem geschützten Rahmen notwendig sind und formuliert umfangreiche Handlungsempfehlungen, die an die Politik, die Bildungseinrichtungen und ihr pädagogisches Personal sowie an Eltern und die Nutzenden gerichtet sind.
Hier eine Auswahl der wichtigsten Empfehlungen:
- Integrität im Umgang mit Social Media als Bildungsziel. Bildungseinrichtungen müssen Konzepte entwickeln, um die Förderung von Integrität im Umgang mit Social Media systematisch und altersgerecht im Unterricht zu verankern. Zu diesem Zweck muss in den Bildungseinrichtungen das Angebot an professionell aufbereiteten Einheiten und Lernmaterialien zum Themenfeld Social Media weiter ausgebaut werden. Lernende sollen Social Media zudem aktiv nutzen, um eigene Lernprodukte (z. B. Videos, Podcasts) zu erarbeiten und Lernprozesse individuell und in Gruppen eigenverantwortlich zu gestalten.
- Schaffung der Rahmenbedingungen zur verantwortungsvollen Nutzung von Social Media in den Bildungseinrichtungen. Bis zur zehnten Jahrgangsstufe sollen digitale Endgeräte an Schulen nur aus pädagogischen Gründen zum Einsatz kommen. Für die Nutzung von Social Media zu Bildungszwecken müssen auf Landesebene klare Regelungen (Datenschutz, Urheberrecht) und Zuständigkeiten geschaffen werden. Die bestehenden digitalen Bildungsplattformen der Länder müssen um Funktionalitäten für den medienbezogenen Unterricht mit und über Social Media erweitert werden. Öffentliche Bildungseinrichtungen sind zu verpflichten, pädagogisch fundierte und regelmäßig evaluierte Nutzungskonzepte für Social Media zu entwickeln.
- Entwicklung von Konzepten zur Prävention problematischen Nutzungsverhaltens und von Cybermobbing in Bildungseinrichtungen. In Bildungseinrichtungen sollte für Kinder und Jugendliche regelmäßig das Angebot bestehen, das eigene Nutzungsverhalten zu beobachten und gegebenenfalls ein problematisches Nutzungsverhalten rechtzeitig identifizieren zu können. Dazu können bestehende Befragungsinstrumente genutzt werden (z. B. Instrumente des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters [DZSKJ], 2025). Für die Prävention und Bekämpfung von Cybermobbing sind in den Einrichtungen darüber hinaus wirksame Strategien sowie eine geeignete Infrastruktur zu entwickeln.
- Stärkung der medienpädagogischen Qualifikation von Lehrkräften und Befähigung zur Elternbildung. Die Themenbereiche digitale Medien, Datenschutz, Selbstregulationsförderung und Medienkompetenz müssen in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärker priorisiert werden. Darüber hinaus müssen zusätzliche Informations- und Beratungsmodule für Eltern und Familien entwickelt werden, die thematisch an die Fortbildungsmodule für Lehrkräfte angedockt sind und unter anderem auch von den Lehrkräften an Eltern weitergegeben werden können.
Gutachten als Buch
Social Media – Bildung – Integrität ist im Waxmann Verlag als Buch erschienen (ISBN: 978-3-8188-0152-6) und kann kostenfrei bei der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. bestellt werden.