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vbw relaunch/Pressemitteilungen | Pressemitteilung

vbw fordert von der EU Infrastrukturausbau und realistische Klimaziele / Brossardt: „Industrie ist Teil der Lösung, nicht des Problems“

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 Andreas Ebersperger
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Mobilität muss nachhaltig sein. Diese Position vertrat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. auf einem Online-Kongress in München, an dem die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, Unternehmensvertreter sowie Politiker aus dem EU-Parlament teilnahmen. „Wir brauchen EU-weit eine leistungsfähige Infrastruktur, insbesondere für alternative Antriebssysteme. Aus diesem Grund muss die EU den Infrastrukturausbau für Elektromobilität ebenso vorantreiben wie für Wasserstoffmobilität und synthetische Kraftstoffe. Sie muss realistische Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Klimavorgaben tatsächlich umgesetzt werden können. Das neue Ziel des EU-Parlaments, die CO2-Emissionen um 60 Prozent gegenüber 1990 zu verringern, lehnen wir strikt ab. Es darf nicht zu einem Überbietungswettlauf der Reduktionsziele auf Kosten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Industrie kommen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Daher betont die vbw die Bedeutung der Industrie beim Transformationsprozess auf dem Mobilitätssektor. Brossardt: „Die Wirtschaft ist beim Umwelt- und Klimaschutz Teil der Lösung, nicht Teil des Problems. Nur sie kann klimafreundliche Produkte entwickeln und auf den Markt bringen. Wir brauchen daher innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen. Eine wichtige Verbesserung wäre etwa die Verringerung des Eigenanteils bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten, da viele Betriebe durch die Corona-Krise weniger Mittel aufbringen können. Das muss auf europäischer Ebene gelöst werden, zum Beispiel durch eine zeitlich befristete Anpassung des Beihilferechts.“

Die vbw fordert auch einen stärkeren Blick auf das Kundenbedürfnis. „Es ist unsinnig, eine Verkehrswende zu fordern, die nur auf Bus und Bahn setzt. Das Auto hat weiter eine zentrale Bedeutung, zumal der Individualverkehr im Zuge der Corona-Krise wieder massiv an Bedeutung gewonnen hat. Nachhaltige Mobilität erreichen wir nur durch Technologieoffenheit. Unternehmen der Automobilindustrie muss es weiter möglich sein, denTransformationsprozess mit modernen umweltfreundlichen Verbrennern zu bewältigen“, erklärte Brossardt weiter.

Die vbw fordert zudem, die unterschiedlichen Verkehrsträger Straße, Wasserstraße, Schiene und Luftverkehr besser zu vernetzen. „Digital intelligent miteinander verbundene Verkehrssysteme tragen zu weniger Verkehrsunfällen, weniger Staus und weniger Umweltbelastung bei. Hier muss auch die EU dafür Sorge tragen, dass Klimaschutz nicht nur bis zur Landesgrenze gedacht wird: Die Verkehrsbeschränkungen in Tirol beispielsweise führen anderenorts zu Staus und Umwegen und damit insgesamt zu einer höheren Umweltbelastung“, so Brossardt.