Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2026
Pressemitteilung
vbw setzt auf intensiven wirtschaftlichen Austausch im EU-Binnenmarkt / Brossardt: „Starke europäische Wirtschaft in der Breite garantiert erfolgreiche EU“
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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betont die Bedeutung Europas für die bayerische und schwäbische Wirtschaft. „Wir sind und bleiben überzeugte Europäer. Der EU-Binnenmarkt bringt deutlich mehr Vorteile als Nachteile“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und ergänzt: „Die geopolitischen Herausforderungen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die USA sind leider unter der Trump-Administration kein verlässlicher Partner mehr, was das Hin und Her hinsichtlich der Strafzölle infolge des Grönland-Konflikts nochmals unterstrichen hat. Das zeigt einmal mehr, dass wir nur aus einer Position der Stärke heraus mit den USA verhandeln können. Die EU darf sich nicht erpressen lassen und muss entschlossen reagieren. Die europäische Einigkeit ist dabei ein Garant für Stabilität und Frieden. Wir brauchen aber mehr Stärke und mehr Unabhängigkeit, vor allem militärisch, um in einer unfreundlicheren Welt bestehen zu können. Im Spiel der Weltmächte werden wir nur dann weiter eine Rolle spielen können, wenn wir wirtschaftlich stark sind.“ Zu Gast beim „WirtschaftsTalk“ in Schwaben war Manfred Weber, Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsitzender der EVP-Fraktion und der Europäischen Volkspartei. Der Talk ist eine Austauschplattform zwischen den bayerischen Regionen und Europa.
Die vbw setzt daher auf eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Wichtig ist jetzt, die Wirtschaft schnell zu entlasten. Die Unternehmen kämpfen mit hohen Abgaben und einer überbordenden Bürokratie. Wir begrüßen daher den von der EU eingeschlagenen Weg zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit ausdrücklich. Dieser muss entschieden weiterverfolgt werden. Wir brauchen sowohl mehr Vertrauen in die Unternehmen als auch deutlich mehr Pragmatismus. Gleichzeitig müssen wir bestehende Handelsbarrieren im europäischen Binnenmarkt abschaffen. Hier steckt enormes wirtschaftliches Potenzial. Und letztendlich braucht es mehr Freihandelsabkommen. Umso enttäuschender ist die verweigerte Zustimmung des EU-Parlaments zum Mercosur-Abkommen. Das wäre ein deutliches und wichtiges Signal gewesen. Wichtig ist nun, dass die Kommission die vorläufige Anwendung des Abkommens beschließt und weitere wie mit Indien nicht ebenso scheitern. Insbesondere für die exportorientierte schwäbische Industrie sind offene Märkte zentral. Nur so garantieren wir, dass das europäische Wohlstandsversprechen auch langfristig in den Regionen ankommt. Daran hängt letztendlich auch die Unterstützung für die EU als Ganzes“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Die neue Quality Jobs Roadmap der Kommission überrascht hingegen. Das ist ein Fahrplan mit starken Zusatzbelastungen für Unternehmen und führt in Zeiten der Überregulierung zurück. Das muss unterbleiben.“
„In der aktuellen Zeit der globalen Unsicherheit und in einer Phase, in der durch den US-Präsidenten versucht wird, mit Zolldrohungen politische Entscheidungen international durchzusetzen, ist es wichtig, dass die Europäische Union für Freihandel und eine regelbasierte globale Zusammenarbeit eintritt“, erklärt Manfred Weber. Umso wichtiger ist es seiner Ansicht nach, dass das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen nun vorläufig in Kraft gesetzt wird. „Neben den wirtschaftlichen Aspekten ist der Freihandel heute ein geopolitisches Instrument geworden.“ Umso mehr kritisiert Weber die Entscheidung der Mehrheit des Europäischen Parlaments, das Abkommen dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorzulegen, als Fehler: „Grüne, Linke und Rechtsextreme versuchen, ein dringend benötigtes Abkommen aus ideologischen Gründen zu verzögern.“ Damit schaden sie der Wirtschaft in Bayern, Deutschland und Europa.