Die bayerische Wirtschaft

Bitte geben Sie Ihre Login-Daten ein

Passwort vergessen?

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt registrieren
Zur Übersicht

Letzte Aktualisierung: 25. Mai 2022

Pressemitteilung

vbw Studie: Deutsche Nachfrage nach Importen sorgt für 4,7 Millionen Jobs in Europa / Dr. Prechtl: „Stagnation in Deutschland würde BIP-Rückgang in anderen EU-Ländern bedeuten“

Kontakt
 Andreas Ebersperger
Andreas Ebersperger
Presse- / Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0)89-551 78-373 +mobil+ +49 (0)172-855 70 25

Eine Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zeigt: Die starke deutsche Wirtschaft ist ein wichtiger Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung für ganz Europa: Deutschlands Nachfrage nach Importen generiert in den anderen EU-Staaten eine Wertschöpfung von 290 Milliarden Euro pro Jahr und sichert dort insgesamt 4,7 Millionen Arbeitsplätze. „48 Prozent unserer Importe sind Vorleistungsgüter, die in Produktionsprozessen weiterverarbeitet werden. 13 Prozent entfallen auf Investitionsgüter, die ebenfalls für den Produktionsprozess nötig sind. Damit wird ein Großteil der Importe, 61 Prozent, für die industrielle Produktion in Deutschland benötigt. Das schafft Wertschöpfung und Beschäftigung bei unseren Nachbarn – und somit eine win-win-Situation“, sagte der stellvertretende vbw Hauptgeschäftsführer Dr. Christof Prechtl auf dem vbw Kongress „Die Bedeutung der deutschen Wirtschaft für Europa“.

Die deutschen Importe spielen vor allem für Tschechien, Österreich, Polen und Ungarn die größte Rolle. Jeweils rund 30 Prozent der Exporte dieser Länder gehen nach Deutschland. Entsprechend profitieren diese Länder auch am stärksten von der Nachfrage aus der Bundesrepublik. Diese trägt in Österreich und Ungarn jeweils rund sechs Prozent zur Wertschöpfung bei, in Polen und Tschechien sind es jeweils 5,4 Prozent. Ähnlich sind die Effekte auf die Beschäftigung in den anderen EU-Staaten. In Polen, Österreich und Tschechien hängen jeweils sechs Prozent der Arbeitsplätze an der Nachfrage aus Deutschland, gefolgt von Ungarn und der Slowakei mit je fünf Prozent. „Absolut betrachtet sichert die deutsche Nachfrage in Polen die meisten Arbeitsplätze – nämlich rund eine Million. Insgesamt hat in Europa sowohl bei Wertschöpfung als auch bei Arbeitsplätzen die Abhängigkeit von Deutschlands Importnachfrage in den letzten 20 Jahren zugenommen, vor allem in den Staaten Mittel- und Osteuropas (MOE)“, ordnet Dr. Prechtl ein.

Die Studie, die die Prognos AG für die vbw erstellt hat, untersucht auch das Szenario, wie sich eine Stagnation in Deutschland auf die Wirtschaftsentwicklung in den anderen Staaten auswirken würde. Käme es bis 2024 in Deutschland zu einem Wachstumsstillstand, würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schnitt aller EU-Staaten (ohne Deutschland) im Jahr 2024 um 0,42 Prozent niedriger ausfallen als im Basisszenario. Die Effekte in den MOE-Staaten und in Österreich wären dabei wiederum am größten: In Tschechien läge das BIP um 0,8 Prozent niedriger, in Polen, der Slowakei, Ungarn und Österreich um jeweils etwa 0,7 Prozent.

„Unsere Studie zeigt, dass eine wirtschaftliche Stagnation Deutschlands ebenso wie eine Verschlechterung seiner Wettbewerbsfähigkeit uns und auch den anderen europäischen Volkswirtschaften schaden würde. Wir brauchen daher eine geeinte und wirtschaftlich starke EU, die als selbstbewusster Player im Welthandel auftritt und für Freihandel und offene Volkswirtschaften eintritt“, sagt Dr. Prechtl.

Download der Studie: www.vbw-bayern.de/deutschland_eu