Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 02. Dezember 2020

Pressemitteilung

vbw: Sichere Rohstoffversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen / Brossardt: „Zukunftsfeste Recyclingkonzepte entwickeln“

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 Rafael Freckmann
Rafael Freckmann
Presse / Öffentlichkeitsarbeit
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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Rohstoffversorgung langfristig sichern ihre aktuelle Studie „Rohstoffsituation der bayerischen Wirtschaft“ vorgestellt. Diese analysiert den Status Quo und illustriert an den Fallbeispielen Elektromobilität und Smartphone, welche Verschiebungen sich im Zuge des technologischen Wandels ergeben können und nennt entscheidende Weichenstellungen für eine sichere Rohstoffversorgung.

„Die Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen ist zunächst einmal Aufgabe jedes einzelnen Unternehmens. Mit langfristigen Lieferverträgen, diversifizierten Bezugswegen und einer laufenden Erforschung und Entwicklung von Substitutions- und Recyclingstrategien kommen sie ihr nach. Die Unternehmen stoßen hier jedoch häufig an ihre Grenzen“, so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw. Der vermehrte Einsatz neuer Technologien, wie zum Beispiel die Elektromobilität, erhöht die Relevanz einer sicheren Rohstoffversorgung. „Wenn nach den Vorstellungen der Bundesregierung bis zum Jahr 2030 mindestens zehn Millionen Elektroautos über unsere Straßen rollen sollen, dann brauchen diese Autos Batterien. Die darin enthaltenen Rohstoffe Kobalt, Lithium und Graphit gehören aber ebenso wie die Seltenen Erden zu den Rohstoffen mit hohem Versorgungsrisiko“, so Brossardt.

Die vbw betont die Bedeutung einer zuverlässigen Rohstoffversorgung für die bayerische Wirtschaft. „Eine sichere Rohstoffversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen ist für unsere Wirtschaft von fundamentaler Bedeutung. Deutschland zählt als eine der führenden Industrienationen zu den weltweit größten Rohstoffkonsumenten und verfügt selbst nur über begrenzte Vorkommen. Deshalb ist unsere Abhängigkeit an dieser Stelle besonders groß. Wir haben im Frühjahr erlebt, welch drastische Folgen Störungen in der Wertschöpfungskette für unsere Unternehmen haben können“, so Brossardt.

Die vbw fordert daher von der Politik in Deutschland und Europa, die internationalen Rohstoffmärkte offenzuhalten und gute Beziehungen zu den rohstoffreichen Ländern zu pflegen. „Durch bilaterale Abkommen muss darauf hingewirkt werden, dass rohstoffreiche Länder ihre Rohstoffexporte nicht durch künstliche Mengenbeschränkungen limitieren. Wir brauchen mehr Wettbewerb auf den Rohstoffmärkten, um ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu verhindern. Gleichzeitig müssen Unternehmen bei internationalen Rohstoffprojekten unterstützt werden. Darüber hinaus müssen wir auch heimische Rohstoffvorkommen besser nutzen und so unsere Abhängigkeit von ausländischen Anbietern verringern. Dazu gehört auch, die Grundlagenforschung zur Rohstoffeffizienz und Substituten stärker zu fördern.

Zusammen mit der Wirtschaft müssen zukunftsfeste Recyclingkonzepte entwickelt werden. Der Freistaat Bayern ist als High-Tech-Standort auf eine sichere und bezahlbare Versorgung mit Rohstoffen angewiesen“, fordert Brossardt.