Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2026
Pressemitteilung
Fachkräftesicherung bleibt für Unternehmen trotz Strukturkrise wichtige Zukunftsaufgabe / Brossardt: „Wirtschaftsstandort stärken und ganzheitlich Beschäftigungspotenziale heben“
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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betonte im Rahmen eines Kongresses, dass die Fachkräfte- und Arbeitskräftesicherung für die Unternehmen im Freistaat langfristig eine zentrale Zukunftsaufgabe bleiben wird, auch wenn die Konjunktur- und Strukturkrise sowie die geopolitischen Herausforderungen momentan dämpfend auf den Arbeitsmarkt wirken. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt machte klar: „Durch den demografischen Wandel wird das Angebot an Fachkräften bis 2035 stärker zurückgehen als die Nachfrage, so dass in 28 von 36 Berufshauptgruppen Engpässe bestehen werden. Mit Blick auf Bayern rechnen wir branchenübergreifend mit einer Fachkräftelücke von rund 290.000 Personen. Das geht aus unserer vbw Studie ‚Regionale Arbeitslandschaften‘ hervor.“
Aktuell zeigt der Arbeitsmarkt zwei gegenläufigen Entwicklungen. Dazu Brossardt: „Auf der einen Seite sehen wir einen Stellenabbau, der insbesondere die Industrie trifft. Bayern hat im Jahresverlauf 2026 eine Arbeitslosenquote von durchgehend 4,0 Prozent und höher. Das ist untypisch für unser Land. Allein in der Metall- und Elektroindustrie sind seit Anfang 2024 über 35.000 Stellen verloren gegangen. Auf der anderen Seite haben viele Unternehmen Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen. Dies betrifft insbesondere Wachstumsbranchen wie Pflege und Gesundheit, Transport und Logistik sowie auch Teile der IT. Wir müssen gegensteuern, indem wir den angeschlagenen Standort stärken und gleichzeitig alle Beschäftigungspotenziale heben.“
Das im Juni angekündigte Reformpaket der Bundesregierung setzt aus Sicht der vbw gute Impulse gegen die Strukturkrise und ist ein Schritt in die richtige Richtung. „Die Beschlüsse gehen aber nicht weit genug“, betonte Brossardt und ergänzte: „Enttäuschend ist vor allem, dass ein Beschluss zur Flexibilisierung der Arbeitszeit fehlt, die den Arbeitsmarkt stärken könnte. Das Gleiche gilt für die Senkung der viel zu hohen Arbeitskosten. Wir setzen darauf, dass die Regierung weitere Anstrengungen unternimmt, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erhöhen. Die Bayerische Staatsregierung geht hier mit gutem Beispiel voran und beflügelt mit Maßnahmen wie der High-Tech-Agenda gerade einige der Wachstumsbranchen wie die Robotik, KI oder Quantencomputing. Gleiches gilt für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.“
Mit Blick auf die Hebung der Arbeitsmarktpotenziale fordert die vbw einen ganzheitlichen Ansatz. Brossardt führte aus: „Zunächst müssen wir die breite Bildungsoffensive im Freistaat mit aller Kraft fortsetzen. Wir brauchen zielgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen, um die Beschäftigungschancen zu erhöhen. Gleichzeitig müssen wir die weibliche Erwerbsbeteiligung erhöhen und Ältere länger im Arbeitsmarkt halten. Neben den inländischen Potenzialen brauchen wir auch die gezielte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland.“