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Letzte Aktualisierung: 23. Juli 2026

Pressemitteilung

Zunehmender Protektionismus im Welthandel erfordert gezielte außenpolitische Strategie / Kaeser: „Müssen als Standort wieder Stärke gewinnen – Reformpaket enthält wichtige Impulse“

Bei ihrem 23. Wirtschaftstag diskutierte die Bezirksgruppe Oberfranken der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., wie der Freistaat die Herausforderungen durch die sich rapide wandelnde Weltwirtschaftsordnung meistern kann. Bei der Veranstaltung betonte Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Oberfranken: „Die Rolle, die Bayern mit Blick auf den Welthandel künftig einnimmt, ist geprägt vom Umgang mit unseren zwei wichtigsten Handelspartnern, den USA und China. Deren protektionistische Industrie- und Handelspolitik sorgt zunehmend für Destabilisierung und Unsicherheit. Wir müssen unser eigenes Geschäftsmodell an die sich verändernden Gegebenheiten anpassen und so als Wirtschaftsstandort wieder an Stärke sowie Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.“ Als Gastrednerin gab Prof. Dr. Galina Kolev-Schaefer, Senior Economist für Handelspolitik und Auslandskonjunktur am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in ihrem Vortrag „Außenhandel zwischen Deglobalisierung und Diversifizierung. Chancen und Herausforderungen für die bayerische Wirtschaft“ wertvolle Impulse.

Damit sich der Bund und der Freistaat wirtschaftlich gegenüber den USA und China behaupten können, braucht es aus Sicht der vbw eine gezielte außenpolitische Strategie. Kaeser führte aus: „Wir müssen uns im Welthandel unabhängiger machen, indem wir die Diversifizierung unserer Außenhandelsbeziehungen konsequent vorantreiben. Die Europäische Union hat mit dem Mercosur-Abkommen, den Abkommen mit Indien und Indonesien sowie der Modernisierung des Handelsabkommens mit Mexiko hier bereits wichtige Schritte eingeleitet. Damit ist es aber nicht getan. Wir müssen jetzt aktiv Verlässlichkeit einfordern und als EU gegenüber China sowie den USA klar machen, dass sich eine Partnerschaft mehr lohnt als Konflikte.“

Innenpolitisch sind zügige und beherzte Maßnahmen erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen zu steigern. Darum begrüßt die vbw, dass die Bundesregierung Anfang Juli ein umfassendes Reformpaket vorgelegt hat. Kaeser macht aber auch klar, dass das Paket größer hätte ausfallen dürfen: „Es löst sicher nicht alle unsere Probleme. Aber es enthält zahlreiche gute Impulse gegen die Strukturkrise. Der lähmende Stillstand der vergangenen Monate ist damit beendet. Positiv sehen wir umfassende bürokratische Entlastungen, die Erleichterungen im Arbeitsrecht sowie die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Insgesamt fehlen uns aber Maßnahmen zur Senkung der Arbeitskosten, ein entscheidender Aspekt, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Die Bundesregierung darf jetzt nicht nachlassen“, so Kaeser schließlich.

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