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Letzte Aktualisierung: 05. Juni 2026

Pressemitteilung

Welthandel: Zunehmender Protektionismus erfordert Anpassung des Geschäftsmodells / Hüttelmeyer: „Als Standort wieder an Stärke gewinnen – gibt keine Alternative zum Freihandel“

Die Bezirksgruppe Oberfranken der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierte bei ihrer Kooperationsveranstaltung „Perspektive Oberfranken“ mit der Frankenpost/Neue Presse Coburg über Herausforderungen und Potenziale für die heimische Wirtschaft durch den sich im Wandel befindenden Welthandel. „Die Rolle von Bund und Freistaat in der neuen Weltwirtschaftsordnung ist geprägt vom Umgang mit den beiden wichtigsten Handelspartnern, den USA und China. Deren protektionistische Industrie- und Handelspolitik sorgt zunehmend für Destabilisierung und Unsicherheit. Wir müssen unser eigenes Geschäftsmodell an die sich verändernden Gegebenheiten anpassen und als Standort wieder an Stärke sowie Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Letztendlich gilt: Es gibt keine Alternative zum Freihandel“, betont Oliver Hüttelmeyer, Vorstandsmitglied der Region Oberfranken des bayme – Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V. im Rahmen der Veranstaltung.

Damit sich Deutschland wirtschaftlich gegenüber der erratischen US-Zollpolitik und den zunehmenden Wettbewerbsverzerrungen durch China behaupten kann, ist laut vbw politisches Handeln auf drei Ebenen gefragt. „Wir müssen uns im Welthandel unabhängiger machen, indem wir unsere Außenhandelsbeziehungen diversifizieren. Die EU-Kommission hat mit dem Mercosur-Abkommen, den Abkommen mit Indien und Indonesien sowie der Modernisierung des Handelsabkommens mit Mexiko hier bereits wichtige Schritte gemacht“, führt Hüttelmeyer aus und ergänzt: „Wir müssen aktiv Verlässlichkeit einfordern und als EU gegenüber China sowie den USA klar machen, dass sich eine Partnerschaft mehr lohnt als Konflikte. Auf Bundesebene brauchen wir endlich die so dringend notwendigen, tiefgreifenden Reformen mit einer Senkung der Steuern und Energiepreise, weniger Lohnzusatzkosten und der Erhöhung des Arbeitszeitvolumens. Gleichzeitig brauchen wir einen entschlossenen Bürokratieabbau. Bis Ende 2026 müssen mindestens zehn Prozent der Verwaltungsvorschriften in Bund und Freistaat abgebaut sein. Bayern verfolgt hier mit über 700 Maßnahmen und fünf Deregulierungsgesetzen bereits gute Ansätze, aber der Bund und Brüssel müssen nachziehen“, so Hüttelmeyer.

Als Gastredner stellte Dr. Jürgen Matthes, Leiter des Themenclusters Internationale Wirtschaftspolitik, Finanz- und Immobilienmärkt beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW), die vom IW im Auftrag der vbw erstellte Studie „Handels- und Industriepolitik für eine neue Zeit“ vor. Sie legt dar, dass bei der Anpassung der Industrie- und Handelspolitik Augenmaß, Sachlichkeit und Realitätssinn gefordert sind. Die Maßnahmen müssten genau durchdacht werden, damit sie der Wirtschaft am Ende nicht mehr schaden als nutzen, so die Studie.

Die anschließende Diskussion moderierten Stephan Sohr, Gesamt-Chefredakteur der Verlagsgruppe Hof, Coburg, Suhl, Bayreuth, zu der die Frankenpost und die Neue Presse Coburg gehören sowie Matthias Will, Leiter der Wirtschaftsredaktion von Frankenpost und Neuer Presse.

Stephan Sohr erklärte im Rahmen der Diskussion: „In Zeiten unsteter Handelsbeziehungen zwischen Europa, den USA und Asien, in Zeiten von Kriegen und Krisen, in Zeiten unzureichender wirtschaftspolitischer Entscheidungsdynamik in Deutschland sind die Unternehmen ganz besonders gefordert, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen und möglichst resilient aufzustellen - gerade auch in den strukturschwächeren Regionen, wie in Teilen Oberfrankens.“

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