Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 11. Mai 2021

Pressemitteilung

Prognos: Großhandelsstrompreise steigen bis 2030 um 50 Prozent / Brossardt: „Brauchen den schnellen Ausbau der Erneuerbaren für niedrige Strompreise“

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 Lena Grümann
Lena Grümann
Presse / Öffentlichkeitsarbeit
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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. fordert international wettbewerbsfähige Strompreise in Deutschland. „Dauerhaft niedrige Industriestrompreise sind die Voraussetzung für einen wettbewerbsfähigen Standort und für die Transformation zu einer CO2-neutralen Industrie. Laut der nun veröffentlichten Strompreisprognose von Prognos werden die Großhandelsstrompreise bis 2030 um rund 50 Prozent von rund vier auf sechs Cent ansteigen. „Deutschland lag 2019 bei den Industriestrompreisen auf Rang 22 in der EU. Wichtige Wettbewerber wie Österreich und Frankreich als auch die großen internationalen Wettbewerber wie China und die USA weisen geringere Strompreise auf. Wenn in Deutschland nicht gegengesteuert wird, drohen zwangsläufig Betriebsschließungen und Standortverlagerungen“, so Brossardt. Für die Wettbewerbsfähigkeit ist aus Sicht der vbw ein Industriestrompreis von unter vier Cent erforderlich. Gleichzeitig sind niedrige Strompreise ein starker Treiber für klimafreundliche, meist strombasierte Technologien.

Grund für den drohenden Preisanstieg sind steigende CO2- und Erdgaspreise, so Prognos. Zur Dämpfung der Strompreise ist daher ein ambitionierter Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich. „Wir brauchen die Erneuerbaren für niedrige Strompreise. Industrieinteressen und Klimaschutz wachsen zusammen“, so Brossardt. Langfristig würde der Ausbau der Erneuerbaren teure fossile Kraftwerke vom Markt drängen und zu einem sinkenden Strompreis führen. „Hemmnisse wie zu strenge Abstandsregeln bei der Windenergie müssen schnellstmöglich beseitigt werden. Zudem sollten so wenig Gaskraftwerke wie möglich gebaut werden“, fordert Brossardt. Eine Umrüstung auf Wasserstoffkraftwerke, die aus Klimaschutzgründen mittelfristig notwendig wäre, hätte noch höhere Strompreise zur Folge, warnt Brossardt.

Energieintensive Unternehmen sind von den Preissteigerungen besonders betroffen. „Wir brauchen für unsere Industrie einen effektiven Carbon-Leakage-Schutz. Entlastungsinstrumente wie die Strompreiskompensationen müssen unbedingt beibehalten werden. Auch die Netzentgelte müssen bezuschusst und die Stromsteuer auf das europarechtliche Minimum abgesenkt werden. Die Deckelung der EEG-Umlage ist ein erster wichtiger Schritt zur Entlastung von Mittelstand und Privathaushalten“, so Brossardt. Langfristig ist es aus Sicht der vbw unabdingbar, die EEG-Umlage durch eine Marktintegration der erneuerbaren Energien ganz abzuschaffen. Schließlich muss der Bau des Übertragungsnetzes wie geplant fertiggestellt werden, um eine Aufteilung der einheitlichen deutschen Strompreiszone zu verhindern. Dies hätte sonst ebenfalls höhere Strompreise, insbesondere in Süddeutschland, zur Folge, befürchtet die vbw.