Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:
„Seit über zwei Jahren steigen die Reallöhne im Freistaat kontinuierlich an und auch im ersten Quartal des laufenden Jahres hat sich dieser Trend fortgesetzt. Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Nominallöhne um durchschnittlich 4,1 Prozent zu – inflationsbereinigt eine Steigerung von 1,8 Prozent.
Das stellt uns vor Probleme: Die bayerische Wirtschaft befindet sich seit Jahren in der Stagnation. Die Reallöhne wachsen also schneller, als dass die Wirtschaftsleistung zunimmt. In der Folge steigen die Arbeitskosten für die Unternehmen überproportional an, was insbesondere die exportorientierte Industrie im internationalen Wettbewerb weiter zurückwirft.
Um die aktuellen Lohnsteigerungen zu rechtfertigen, müssen wir unser Wirtschaftswachstum endlich wieder in Gang bringen – und zwar nachhaltig. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie noch vor der Sommerpause eine Einigung auf ein umfassendes Reformpaket auf den Weg bringt. Die Unternehmen brauchen dringend Entlastung: bei Steuern, bei Sozialgaben, bei Lohnzusatzkosten und den Energiekosten. Dafür braucht es auch bei den Sozialpartnern die Einsicht, dass wir bei den Arbeitskosten gemeinschaftliche, für die Unternehmen tragbare Lösungen finden müssen. Hier stehen vor allem auch die Gewerkschaften in der Pflicht. Nur so sichern wir zukünftig eine positive Lohnentwicklung – auch im Sinne der Beschäftigten.“