Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:
„Die angekündigten zusätzlichen Strafzölle von zehn und später 25 Prozent auf alle deutschen Einfuhren in die USA ab Februar sind ein weiterer schwerer Schlag für die bayerische Wirtschaft. Trotz der handelspolitischen Streitigkeiten mit der Trump-Administration bleiben die USA unser größter Exportmarkt. Bereits 2025 sind unsere Ausfuhren in die USA um mehr als sechs Prozent zurückgegangen. Diese Entwicklung würde sich durch die neuen Zusatzzölle verschärfen. Wir bedauern daher die ungerechtfertigte Ankündigung des US-Präsidenten für weitere Strafzölle – vor allem da diese Entscheidung die Ratifizierung des EU-US-Zolldeals vom letzten Jahr massiv untergräbt. Das schafft keine Planungssicherheit für beide Seiten. Die EU muss aus einer Position der Stärke heraus mit den USA verhandeln. Dies geht nur, wenn Europa Einigkeit bewahrt und mit einer Stimme spricht. Die EU darf sich nicht erpressen lassen und muss entschlossen reagieren, trotzdem dürfen Gegenzölle nur das letzte Mittel sein. Sie provozieren unweigerlich eine Zollspirale, die nur Verlierer kennt – auf beiden Seiten.
Gleichzeitig muss aber auch klar sein: Wirtschaftliche Strafmaßnahmen dürfen nie Mittel sein, um befreundete Staaten bei politischen Streitigkeiten zum Einlenken zu zwingen – vor allem nicht unter demokratischen Partnern. Eine solche Vorgehensweise verurteilen wir auf das Schärfste. Wichtig bleibt jetzt, einen Handelskrieg mit den USA unbedingt zu vermeiden."