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Letzte Aktualisierung: 04. November 2026

Pressemitteilung

Pressestatement zu den US-Midterms / Wahlergebnis ist Chance für Neuaufstellung der transatlantischen Beziehungen

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:

„Das Wahlergebnis der US-Midterms ist eine klare Abstrafung von US-Präsident Donald Trump und seiner Politik. Mit dem voraussichtlichen Sieg der Demokraten in beiden Kammern, können die Republikaner nicht mehr ‚durchregieren‘. Die Demokraten können nun beispielsweise Untersuchungsausschüsse einsetzen. Aber wir erwarten keine großen Änderungen in der praktischen Außenhandelspolitik. Denn US-Präsident Trump wird weiterhin vornehmlich mit Dekreten regieren, vor allem bei Zollfragen.

Dennoch ist das Wahlergebnis eine wichtige Chance, die transatlantischen Beziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen. Denn Trumps Zollpolitik hat die bayerische Wirtschaft schwer belastet. Vor allem die häufigen Anpassungen der Zollpolitik sorgen nach wie vor für massive Unsicherheit und Aufwand in den Unternehmen. Die bayerischen Exporte in die USA sind deutlich gesunken. Im Jahr 2025 gingen sie um knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Auch in diesem Jahr setzt sich der Trend fort: In der ersten Jahreshälfte 2026 sind unsere Exporte um weitere 9,5 Prozent gesunken. Die bayerische Wirtschaft setzt weiter auf die USA, schließlich sind sie mit Ausfuhren von über 26 Milliarden Euro im Jahr 2025 Bayerns wichtigster Exportmarkt außerhalb der EU. Aber die Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen.

Auch haben wir die Hoffnung, dass das Wahlergebnis eine allgemeine politische Stimmungsänderung in den USA bewirkt. Bei den Republikanern sollte sich nun die Erkenntnis durchsetzen, dass Zölle und Handelskonflikte, der Krieg gegen den Iran und die nachlassende Unterstützung der Ukraine der falsche Weg sind.

Zumindest im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen 2028 setzen wir unsere Hoffnung darauf, dass die Republikaner einen Kurswechsel vollziehen und sich beide Parteien wieder mehr in Richtung Freihandel und transatlantische Partnerschaft bewegen. Dazu muss aber auch Europa seine Hausaufgaben machen und insbesondere seine Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, um ein attraktiver Partner zu sein.“

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