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Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2026

Pressemitteilung

Synchronisierung des Ausbaus von Stromnetzen und Erneuerbaren ist richtiger Schritt

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:

„Es ist ein wichtiges Signal, dass sich Wirtschafts- und Umweltministerium nach monatelangem Ringen auf die wichtigen Details der EEG-Novelle und des Netzpakets verständigt haben. Der lähmende Stillstand bei diesem zentralen Vorhaben der Energiewende ist damit endlich aufgelöst. Für die bayerische Wirtschaft ist Planungssicherheit beim Ausbau der erneuerbaren Energien und Stromnetze von zentraler Bedeutung – schon zu lange haben Unternehmen auf verlässliche Rahmenbedingungen gewartet.

Grundsätzlich begrüßen wir, dass zukünftig der Ausbau der Erneuerbaren sowie der Netze besser synchronisiert werden soll. Das kann helfen, die hohen Kosten für die Eingriffe zur Vermeidung von Überlastungen(Redispatch)- und Netzzubau zu senken, die letztlich die Unternehmen über die Netzentgelte mittragen. Positiv ist auch, dass Wind- und Solarenergie beim sogenannten Redispatch-Vorbehalt künftig getrennt betrachtet werden und die entschädigungsfreie Abregelung begrenzt wird. Das schafft mehr Sicherheit für Erzeuger. Ebenfalls begrüßen wir die geplante Reform bei der Vergabe von Netzanschlusskapazitäten. Allerdings sollten bei der Priorisierung von Netzanschlussbegehren Vorhaben priorisiert werden, bei denen es unmittelbar um industrielle Transformation, Dekarbonisierung und Wertschöpfung geht.

Damit die Energiewende auch im Süden Deutschlands gelingt, müssen die Rahmenbedingungen für Windenergieprojekte in der Region spürbar verbessert werden. Die vorgesehene Reform des Referenzertragsmodells reicht noch nicht aus, um ausreichend Windenergieprojekte in Bayern wettbewerbsfähig an den Ausschreibungen teilnehmen zu lassen. Dazu braucht es einen Korrekturfaktor von mindestens 1,80 und eine Mindestzuschlagsmenge für süddeutsche Projekte. Zudem sollte die Rolle von Biogas als Ausgleichskapazität für die volatile Erzeugung von Solar- und Windenergie stärker mitbedacht werden. Durch die Flexibilisierung des Biogasanlagenbestands könnten 12 GW gesicherte flexible Leistung bereitgestellt werden, die aktuell ungenutzt bleiben.

Jetzt kommt es darauf an, dass Bundestag und Bundesrat das Gesetzespaket mit den genannten Nachbesserungen schnell umsetzen. Jede weitere Verzögerung kostet Investitionssicherheit – und die brauchen unsere Unternehmen derzeit dringender denn je.“

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