Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm:
„Der Report zeigt, dass die deutschen Unternehmen im MINT-Bereich trotz der angespannten Wirtschaftslage weiterhin mit einer Fachkräftelücke in Höhe von 133.900 Beschäftigten zu kämpfen haben. Für die MINT-Fachkräfte bedeutet das, sie sind weiterhin nachgefragt. Für die Unternehmen bedeuten diese Zahlen, dass die Fachkräftesicherung im MINT-Bereich eine zentrale Zukunftsaufgabe bleibt. Um die Fachkräftelücke zu schließen, müssen wir alle Beschäftigungspotenziale heben – das gilt tendenziell auch für Bayern.
Ein wirksamer Hebel für die Gewinnung von qualifizierten Beschäftigten ist die Erhöhung des weiblichen Beschäftigtenanteils im MINT-Bereich. Der Anteil der Frauen an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen in MINT-Berufen liegt bundesweit bei 16,5 Prozent. Da ist noch deutlich Luft nach oben. Entsprechend müssen wir junge Frauen frühzeitig auf ihre Chancen im MINT-Bereich aufmerksam machen. Darum setzen wir uns als bayme vbm mit Initiativen zur Berufs- und Studienorientierung wie der ‚Girls’Day Akademie‘ aktiv dafür ein, den weiblichen Nachwuchs für MINT-Berufe zu begeistern. Programme wie diese müssen weiter in die Fläche getragen werden. Gleichzeitig müssen wir mehr Anreize für eine höhere Erwerbsbeteiligung schaffen, etwa indem wir durch den Ausbau von Betreuungs- und Pflegeangeboten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.
Zudem sehen wir im Report: Ohne die Zuwanderung von MINT-Fachkräften würde die Lücke deutlich größer ausfallen. So verzeichnet der Anteil deutscher Staatsangehöriger an MINT-Akademikerberufen seit 2012 ein Beschäftigungswachstum von 44 Prozent – bei den MINT-Experten, die aus dem Ausland stammen, sind es 225,5 Prozent. Das heißt, die Potenziale, um die Lücke mit Fachkräften aus dem Ausland zu schließen, sind da. Wir müssen jetzt noch mehr qualifizierten MINT-Kräften aus dem Ausland den Weg in den bayerischen Arbeitsmarkt erleichtern, etwa indem wir bürokratische Hürden abbauen. Hierfür muss insbesondere die Anerkennung ausländischer Abschlüsse weiter vereinfacht und, wo immer möglich, beschleunigt werden.“