Letzte Aktualisierung: 08. Oktober 2026
Pressemitteilung
Erste Tarifverhandlung ergebnislos vertagt / Kaeser: „Die Behauptung, dass Arbeitskosten für Unternehmen keine Rolle spielen, ist falsch und brandgefährlich“
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Die erste Tarifverhandlung in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie wurde heute in München ohne Ergebnis vertagt. „Wir hatten einen konstruktiven Austausch. Über den Ernst der Lage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie herrschen aber diametrale Ansichten. Während die IG Metall noch Reserven bei den Unternehmen für ihre überzogenen Entgeltforderungen erkennt, sehen wir eine tiefe strukturelle Krise und große Herausforderungen durch die Transformation. Dazu kommt eine weiterhin schwache konjunkturelle Lage. Dennoch beharrt die IG Metall unbeirrt auf ihrer Forderung, sieht in der Breite der Betriebe den Spielraum für 5 Prozent mehr Entgelt und weitere Belastungen. Das verkennt in der Höhe die wirtschaftlichen Realitäten und ignoriert, dass wir auch auf der Kostenseite Maß und Mitte bewahren müssen. Denn die von der IG Metall verbreitete Behauptung, dass Arbeitskosten für Unternehmen keine Rolle spielen, ist falsch und brandgefährlich“, kommentiert der Verhandlungsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., Thomas Kaeser.
So betragen die Arbeitskosten an den Gesamtkosten rund 38 Prozent. Das ergab eine aktuelle Umfrage der bayerischen M+E Arbeitgeber. Damit haben sie einen großen Einfluss auf die Kostenstruktur und sind zudem unmittelbar durch die Tarifparteien beeinflussbar. „Das, was wir teurer sind, müssen wir produktiver sein. Die Rechnung geht aber nicht mehr auf und wir sehen uns mit den Folgen konfrontiert: Allein seit Anfang des Jahres wurden knapp 10.000 Arbeitsplätze in der bayerischen M+E Industrie abgebaut. Aktuell zählt die bayerische M+E Industrie noch rund 837.000 Beschäftigte. Vor gut zwei Jahren waren es noch fast 875.000. Und dieser Trend geht monatlich weiter. So darf es nicht weiter gehen“, fordert Kaeser. Die Tarifentgelte sind in der M+E Industrie seit 2015 um rund 30 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich die Produktivität nur um 16,5 Prozent erhöht. Kaeser betont: „Forderungen nach Entgelterhöhungen müssen sich unbedingt wieder am Produktivitätswachstum orientieren. Denn wir können nur verteilen, was wir vorher erwirtschaftet haben.“
Der vbm setzt sich mit Nachdruck für einen Flächentarifvertrag ein, der Mindestbedingungen in der bayerischen M+E Industrie definiert. „Wir müssen diesen wieder für eine breitere Unternehmerschaft attraktiv machen. Die tarifliche Gewinnbeteiligung, also den Ansatz, wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen extra zur Kasse zu bitten, lehnen wir daher entschieden ab. Das wäre gefährlich für den Flächentarifvertrag. Wir hoffen hier auf die Einsicht der IG Metall, dass sie mit der eigenen Zukunft spielt“, erklärt Kaeser und fügt hinzu: „Wir müssen als Tarifpartner die Verantwortung übernehmen, die aktuell angespannte Lage zu verbessern. Wir brauchen einen Abschluss mit Augenmaß, der unseren Standort, unsere bayerische M+E Industrie stärkt und den Weg für einen nachhaltigen Aufschwung ebnet.“
Die zweite Tarifverhandlung in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie findet am 27. Oktober 2026 in Coburg statt.