Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zeigt sich angesichts des niedrigen Füllstands der Gasspeicher besorgt und mahnt entschlossenes Vorgehen an. „Die deutschen Gasspeicher sind aktuell zu rund 50 Prozent gefüllt. Damit liegen die Füllstände deutlich unter dem Vorjahreswert. Das stellt für diese Jahreszeit einen Negativrekord dar. Lieferengpässe gibt es aktuell zwar nicht mehr, da mittlerweile auch viel Gas aus Norwegen und über die deutschen Flüssigerdgas-Terminals bezogen wird. Wir müssen die Situation aber dennoch ernst nehmen, um gut durch den Winter 2026/2027 zu kommen. Es besteht das Risiko, dass die aktuellen Marktanreize nicht ausreichen, um die Gasspeicher ausreichend zu befüllen. Wenn sich die Preise nicht ändern, sind zusätzliche Maßnahmen sinnvoll, um Versorgungsicherheit für die Industrie zu gewährleisten“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Für eine langfristig sichere, bezahlbare und klimaneutrale Energieversorgung braucht Bayern eine bessere Verzahnung aller Energieinfrastrukturen. „Gas-, Strom- und Wasserstoffnetze müssen intelligent miteinander verknüpft werden. Dazu sind der konsequente Ausbau und die Modernisierung der Netze sowie die schrittweise Umstellung der Gasinfrastruktur auf klimaneutrale Gase nötig. Parallel dazu muss der Aufbau einer leistungsfähigen deutschen und europäischen Wasserstoffwirtschaft vorangetrieben werden“, betont Brossardt und ergänzt: „Unternehmen benötigen praxisnahe und unbürokratische Rahmenbedingungen, die ihnen Planungssicherheit und stabile Preise bieten. Niedrigere Energiekosten sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.“