Letzte Aktualisierung: 02. September 2026
Pressemitteilung
Bereits 60 Prozent der Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft nutzen generative KI / Brossardt: „Klare politische Leitplanken und Kompetenzaufbau erforderlich“
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Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Kultur- und Kreativwirtschaft rasant. Was vor wenigen Jahren noch als Zukunftstechnologie galt, gehört heute in vielen Unternehmen, Agenturen und Kulturinstitutionen zum Alltag. Das zeigt die Studie „Smart Creativity – KI in der Kultur- und Kreativwirtschaft". Sie wurde im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. von IW Consult und dem Cultural Policy Lab erstellt. Der Begriff „Smart Creativity" beschreibt das Zusammenspiel von menschlicher Kreativität und den Fähigkeiten generativer KI. Das Ergebnis der Studie zeigt: Die Branche steckt mitten im Transformationsprozess. Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen und Solo-Selbstständigen nutzen bereits generative KI. „KI stellt bestehende Geschäftsmodelle zunehmend infrage – eröffnet aber gleichzeitig neue Chancen. Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI zum Einsatz kommt, sondern wie sie sich erfolgreich in die zentralen Arbeitsabläufe der Branche einbinden lässt“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Aus der Studie leiten sich vier Handlungsstränge ab, die zusammen den Rahmen für einen konkreten Maßnahmenplan bilden. Darunter fallen eine offene Innovationspolitik, praxisnahe Kompetenzvermittlung, mehr Datensouveränität unter fairen Rahmenbedingungen sowie eine stärkere Vernetzung innerhalb der Branche. „Diese Maßnahmen zahlen auf eine gemeinsame Vision ein: Bis 2035 sollen Kreativschaffende, Kultureinrichtungen und Unternehmen der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft selbstverständlich mit leistungsfähigen KI-Tools arbeiten – als Unterstützung, ohne dabei ihre Datensouveränität zu verlieren“, so Brossardt.
Begleitend zur Studie hat die vbw zusammen mit Experten der Kultur- und Kreativwirtschaft ein Whitepaper konzipiert. Dieses definiert liefert die theoretischen Grundlagen und Begriffe und ordnet die Studienergebnisse in einen größeren Zusammenhang ein. Daraus wird deutlich: Bei dem Konzept Smart Creativity geht es nicht darum, kreative Arbeit zu ersetzen, sondern menschliche Gestaltungskraft mit intelligenten Werkzeugen zu erweitern. „KI wird bisher vor allem dort eingesetzt, wo sie kreative Prozesse unterstützt und beschleunigt. Sie wird so zu einer Art Co-Produzentin im kreativen Prozess. Smart Creativity setzt sich in der Branche also spürbar durch. Ein Blick nach vorn zeigt: 75 Prozent der Befragten erwarten in fünf Jahren einen deutlich geringeren Zeitaufwand durch KI. 71 Prozent rechnen mit mehr kreativem Output, 58 Prozent mit besserer Qualität", erklärt Brossardt.
Gerade vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage steht die Branche vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss ihre kreative Wettbewerbsfähigkeit sichern und gleichzeitig die Chancen der technologischen Transformation konsequent nutzen. Bayern hat das Potenzial, die Kultur- und Kreativwirtschaft gezielt als Innovations- und Wachstumssektor im KI-Zeitalter zu stärken. Voraussetzung dafür ist ein vernetzter, praxisnaher Ansatz von Politik, Wirtschaft und Kreativschaffenden“, betont Brossardt.
Die vollständige Studie „Smart Creativity – KI in der Kultur- und Kreativwirtschaft“ sowie die Erläuterung zur Studie „Whitepaper – Smart Creativity: Begriff, Methode und Zukunftsmodell für die Kultur- und Kreativwirtschaft“ finden Sie hier .