Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2026
Pressemitteilung
Umfrage: Fast jedes zweite Unternehmen in Bayern von kurzen Stromausfällen betroffen / Brossardt: „Sichere Energie ist das Fundament unserer Reindustrialisierung“
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Eine zuverlässige Energieversorgung ist für die bayerische Wirtschaft essenziell. Dies betonte die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. auf einer Kooperationsveranstaltung mit dem größten Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland, TenneT. „Die Versorgungssicherheit ist heute zwar noch gegeben, doch mit Blick auf die Zukunft besteht großer Handlungsbedarf. Zusätzlich muss eine sichere und bezahlbare Energieversorgung oberste Priorität haben, um die Reindustrialisierung unseres Wirtschaftsstandorts einzuleiten“, betonte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Was das Monitoring der Energiewende Jahr für Jahr zeigt, unterstreicht auch die neuste Umfrage der vbw zur Versorgungssicherheit. „Mehr als 82 Prozent der Unternehmen in Bayern bewerten die aktuelle Versorgungssicherheit im Freistaat als ‚gut‘ oder ‚sehr gut‘. 2025 waren es lediglich 74 Prozent“, sagte Brossardt und ergänzte: „Die Umfrage zeigt jedoch auch Rückschritte und bedrohliche Entwicklungen: So berichten mehr als 48 Prozent der Unternehmen von kurzen Stromausfällen unterhalb der statistischen Erfassungsschwelle von drei Minuten. Das sind über acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Problematisch ist dies, weil gut 60 Prozent der Unternehmen durch diese Ausfälle wirtschaftlichen Schaden erlitten haben. Besorgniserregend ist außerdem, dass deutlich mehr Betriebe erwägen, künftige Investitionen nicht mehr in Bayern zu tätigen.“ Im Vergleich zu früheren Befragungen steigt dieser Anteil spürbar: 2020 waren es knapp sechs Prozent, heute sind es über sechzehn Prozent. „Der Standort Bayern verliert also auch wegen der Sorge um die künftige Versorgungssicherheit an Attraktivität. Diesen Trend müssen wir umkehren“, erklärte Brossardt.
Die vbw benennt dazu zwei zentrale Handlungsfelder: Erstens müssen erneuerbare Energien und Netze schneller ausgebaut werden. Nur ein schneller und resilienter Ausbau schafft die Grundlage für eine stabile, krisenfeste und bezahlbare Energieversorgung. Zweitens müssen Gas- und Ölmängel vermieden werden. „Mit Blick auf den kommenden Winter müssen die Gasspeicher ausreichend befüllt werden. Wir setzen hier auf die Bundesregierung. Die geplante Gasreserve ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Versorgung mit Gas in einer Krisensituation zu sichern. Ergänzend braucht es eine Lieferanten- bzw. Händlerverpflichtung, damit auch außerhalb einer akuten Krise ausreichend Mengen vorgehalten werden. Auch die angekündigte Aufschiebung der EU-Methanverordnung muss nun dringend beschlossen werden. Andernfalls drohen Energielieferungen nicht mehr in die EU zu gelangen“, so Brossardt abschließend.
Ein aktuelles Positionspapier der vbw zum Thema Versorgungssicherheit für Bayern finden Sie hier .