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Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2026

Pressemitteilung

Transatlantische Partnerschaft neu gestalten / Brossardt: „Stabile, regelbasierte Handelsordnung kann nur im Dialog entstehen“

Anlässlich der diesjährigen German-American Conference der Atlantik-Brücke und des American Council on Germany, die am 11. Mai 2026 in New York stattfindet, unterstreicht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die herausragende Bedeutung der transatlantischen Beziehungen für die bayerische Wirtschaft. „US-Präsident Donald Trump hat in den ersten 16 Monaten seiner Präsidentschaft die transatlantische Zusammenarbeit auf eine harte Probe gestellt. Die US-Zollpolitik und auch der Iran-Krieg bremsen die Weltwirtschaft insgesamt. Das belastet die tief in den Welthandel integrierten Volkswirtschaften Bayerns und Deutschlands in besonderem Maße. Die im Juli 2025 erzielte Einigung im Handelsstreit zwischen der EU und den USA hatte nur kurzzeitig für Planungssicherheit gesorgt. Die ständigen neuen Zollankündigungen Trumps sorgen für massive Unsicherheit bei den Unternehmen“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die bayerischen Ausfuhren in die USA, dem größten Exportmarkt des Freistaats, haben durch die US-Zölle stark gelitten. „Im vergangenen Jahr sanken die bayerischen Exporte in die USA um fast elf Prozent. Im Februar 2026 lagen die bayerischen US-Exporte mit einem Wert von 2,1 Milliarden Euro sogar etwa 20 Prozent niedriger als im Vorjahr“, führt Brossardt aus. Dennoch sind die USA einer der wichtigsten Absatzmärkte für bayerische Unternehmen. „Die Zölle verteuern die bayerischen Exporte und das Hin und Her der amerikanischen Zollpolitik schadet dem US-Geschäft. Innerhalb einer Woche sieht sich Europa mit zwei verschiedenen Zollankündigungen und einem Ultimatum konfrontiert. Indes laufen in den USA Gerichtsverfahren zur Rechtmäßigkeit der Zölle. Bayerische Unternehmen können nicht sicher sein, welche Kosten in den kommenden Wochen mit dem Export ihrer Produkte verbunden sein werden. Die dadurch verstärkte Planungsunsicherheit ist weiteres Gift für den ohnehin schon kompliziert gewordenen Handel mit den USA und stellt unsere Unternehmen vor zusätzliche Schwierigkeiten“, so Brossardt weiter.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie verletzlich eine exportorientierte Wirtschaft wie die bayerische ist, wenn handelspolitische Verlässlichkeit schwindet. Protektionismus und die Unsicherheit treffen unsere Unternehmen hart. Wir brauchen dringend eine stabile, regelbasierte Handelsordnung. Hier ist die Europäische Union in der Pflicht. Sie muss den Dialog mit den Vereinigten Staaten aufrechterhalten, aber auch geschlossen und selbstbewusst für europäische Interessen und gegenseitigen Freihandel eintreten. Die Reindustrialisierung der USA gelingt nur mit Technologie und Know-how aus Bayern und Europa. Wir müssen den Vereinigten Staaten vermitteln, dass ein partnerschaftliches Verhältnis lohnender ist als Handelskonflikte“, sagt Brossardt.

Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und wachsender globaler Herausforderungen kommt der transatlantischen Partnerschaft aus Sicht der vbw eine zentrale Rolle zu. „Ziel muss weiterhin eine stabile Handelsbeziehung mit den USA zu den im letzten Jahr ausgehandelten Bedingungen sein. Die laufenden Gespräche zu Zöllen auf Stahl- und Aluminium müssen ebenfalls fortgesetzt werden“, so Brossardt abschließend

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