Die bayerische Wirtschaft
zum Dashboard Konjunktur

Bitte geben Sie Ihre Login-Daten ein

Login

Sie haben keine Login-Daten?

Login-Daten beantragen
Zur Übersicht

Letzte Aktualisierung: 18. August 2026

Pressemitteilung

Bayerns Exporte nach Europa steigen seit 2015 deutlich stärker als in den Rest der Welt / Brossardt: „Wirtschaftliche Vertiefung in der EU vollenden, ganze Kraft des EU-Binnenmarkts entfalten“

Eine neue Studie der IW Consult GmbH im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. unterstreicht die Bedeutung Europas für die bayerische Exportwirtschaft – vor allem mit Blick auf die großen Verwerfungen in der Weltwirtschaft. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, kommentiert die zentralen Ergebnisse: „Die bayerische Wirtschaft ist international aufgestellt. Fast 60 Prozent ihres Umsatzes erzielen die bayerischen Industrieunternehmen im Ausland. Die Studie zeigt, dass insbesondere die Europäische Union eine herausgehobene Rolle spielt, mehr als die Hälfte unserer Exporte gehen in unsere 26 EU-Partnerländer. Die EU ist der Stabilitätsanker des bayerischen Außenhandels. Das gilt angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der weltweiten handelspolitischen Spannungen mehr denn je: Im Jahr 2025 sanken unsere Exporte in die USA und nach China – zwei unserer wichtigsten Handelspartner – spürbar; ein Exportzuwachs in unsere EU-Partner konnte dies kompensieren.“ Die Studie zielt darauf ab, die Position der bayerischen Wirtschaft auf den europäischen Märkten zu bestimmen, Entwicklungen zu analysieren und die größten Wettbewerber zu identifizieren.

Während die gesamtbayerischen Exporte zwischen 2015 und 2025 um 27,2 Prozent auf 227 Milliarden Euro gestiegen sind, legten die Ausfuhren des Freistaats nach Europa in der gleichen Zeitspanne sogar um 46,3 Prozent auf 121,7 Milliarden Euro zu. „Im Geschäft mit Europa steckt also noch eine außerordentlich große Dynamik für Bayern – man stelle sich die wirtschaftliche Entfaltungskraft bei einer vollständigen Vertiefung des Binnenmarkts vor, beispielsweise im Bereich der Kapitalunion“, erklärt Brossardt. Innerhalb der EU-27-Staaten entwickelt sich das Wachstum der Ausfuhren nach Zielländern jedoch differenziert. Österreich, Frankreich und Italien bleiben laut Studie weiterhin die drei traditionell wichtigsten Absatzmärkte mit hohen Exportvolumina für bayerische Industrieunternehmen. Gleichzeitig gewinnt Polen immer mehr an Bedeutung: Mit einem Exportwachstum von 123 Prozent seit 2015 stellt das Land inzwischen den dynamischsten Absatzmarkt für die bayerische Wirtschaft dar. Insgesamt weist der mitteleuropäische Absatzmarkt mit einem Wachstum von rund 72 Prozent die höchste Dynamik in der EU auf. „Im Geschäft mit Mittel- und Osteuropa steckt also noch großes Potenzial“, so Brossardt. Die Studie beinhaltet für die zehn größten Absatzmärkte in der EU jeweils ein ausführliches Länderprofil.

Trotz der insgesamt positiven Exportentwicklung konnte Bayern in den letzten zehn Jahren nur in Ungarn seinen Marktanteil ausbauen, in Polen und Belgien blieb der Anteil stabil. In den anderen Ländern verlor der Freistaat Marktanteile. Vor allem Polen konnte auf vielen Märkten seine Exportposition ausbauen, vielfach auch China, zum Teil auch die USA. Insgesamt sind in den verschiedenen EU-Staaten vor allem die jeweils unmittelbaren Nachbarländer die größten Wettbewerber Bayerns.

Bei der Exportentwicklung nach Branchen seit 2015 zeigt sich die Bedeutung der M+E Industrie für Bayern, 55,7 Prozent aller Exporte kommen aus dem M+E Bereich. Dabei verzeichneten insbesondere die Kfz-Industrie und der Maschinenbau ein starkes Wachstum zwischen 34 und 40 Prozent. „Diese Entwicklung ist auch dahingehend beeindruckend, da beide Branchen weltweit – und vor allem außerhalb Europas – in den letzten Jahren wirtschaftlich massiv unter Druck geraten sind", so Brossardt.

So liegt das weltweite Wachstum in der Kfz-Branche mit 27,2 Prozent unter dem europäischen Wert. Beide Branchen stellen aber weiterhin die mit Abstand größten Exportbereiche dar. „Auffällig sind zudem die starken Zuwächse beim Sonstigen Fahrzeugbau, dessen Export sich seit 2015 auf 4,6 Milliarden Euro verdoppelt hat. Hierzu zählt unter anderem der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie auch Teile der Verteidigungsindustrie. Auch elektrische Ausrüstungen, Nahrungs- und Futtermittel sowie chemische Erzeugnisse gewinnen im bayerischen EU-Export-Portfolio immer mehr an Bedeutung“, so Brossardt und ergänzt: „Das Wachstum der bayerischen EU-Exporte wird breit getragen. Die stärksten relativen Zuwächse sehen wir vor allem bei mittelgroßen Branchen. Das heißt, dass sich die Branchenstruktur unserer Exporte weiter diversifiziert.“

Brossardt ergänzt: „Die Entwicklung zeigt aber auch: Bayern steht in einem harten Konkurrenzkampf – innerhalb Europas als auch weltweit. Daher müssen wir unseren Standort insgesamt wieder wettbewerbsfähig machen. Insbesondere bei den Arbeitskosten, bei Steuern und bei der Energie sind wir zu teuer. Der Reformkurs der Bundesregierung muss entschieden weiterverfolgt werden.“

Die Studie „Exportposition Bayerns in der EU" finden Sie hier: vbw Studie

Seite drucken