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Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2026

Pressemitteilung

Deutsche Ausfuhren stagnieren – China überholt die USA als wichtigsten Exportmarkt / Brossardt: „Handelsbeziehungen diversifizieren und resilienter aufstellen“

Die deutschen Warenexporte sind 2025 kaum gewachsen. Demnach wurden 2025 Waren im Wert von rund 1.570 Milliarden Euro ins Ausland exportiert, das war lediglich ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 4,4 Prozent auf 1.367 Milliarden Euro. Dadurch sank der deutsche Exportüberschuss um mehr als 42 Milliarden auf rund 203 Milliarden Euro. Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sind die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen ein klares Warnsignal für den Standort. „Die strukturellen Standortprobleme sind ein immenser Wettbewerbsnachteil auf den Weltmärkten, bei ohnehin großen außenwirtschaftlichen Herausforderungen für unsere Unternehmen. Die erratische US-Zollpolitik bremst die Weltwirtschaft insgesamt. Das belastet die tief in den Welthandel integrierten Volkswirtschaften Bayerns und Deutschlands in besonderem Maße. Auch der stark aufgewertete Euro stellt eine Bedrohung für unsere stark exportorientierte Industrie dar“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Exporte in die wichtigsten Märkte verzeichneten teilweise starke Rückgänge. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Exporte in die USA aufgrund der aggressiven US-Zollpolitik um 9,3 Prozent auf 146,9 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Auch die Ausfuhren nach China haben mit einem Rückgang in gleicher Höhe deutlich an Schwung verloren. Erfreulich sind die gestiegenen Exporte in die EU-Staaten um über vier Prozent“, so Brossardt weiter.

2025 war China mit einem Außenhandelsvolumen von 251,8 Milliarden Euro Deutschlands wichtigster Handelspartner, noch vor den Vereinigten Staaten mit einem Außenhandelsumsatz von 240,5 Milliarden Euro. „Dass China die USA im Außenhandel mit Deutschland überholt hat, zeigt die enge Verflechtung mit dem chinesischen Markt. Zugleich verdeutlicht der Rückgang des Handels mit den USA, wie stark die politischen Rahmenbedingungen den Außenhandel beeinflussen und wie wichtig es ist, die Handelsbeziehungen zu diversifizieren und resilienter aufzustellen. Die Zustimmung des EU-Parlaments zum Mercosur-Abkommen wäre ein wichtiges Signal gewesen. Wichtig ist es jetzt, dass die Kommission die vorläufige Anwendung des Abkommens beschließt. So kann die Wirtschaft von den Vorteilen des Abkommens profitieren, während die Entscheidung des EuGH abgewartet wird. Auch das abgeschlossene Freihandelsabkommen der EU mit Indien bietet immense Chancen. Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker und unabhängiger macht“, erläutert Brossardt.

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