Letzte Aktualisierung: 21. August 2026
Pressemitteilung
Ausfuhren steigen leicht an, Rückgang der Pkw-Exporte um 12 Prozent / Brossardt: „In den kommenden Wochen muss der ‚Herbst der Reformen‘ umgesetzt werden“
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Die bayerische Wirtschaft exportierte im ersten Halbjahr 2026 Waren im Wert von rund 117,3 Milliarden Euro. Das waren 2,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Importe stiegen deutlicher, und zwar um 6,1 Prozent auf 119,2 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt ungeachtet der Zahlen, die heute vom Landesamt für Statistik veröffentlicht wurden, vorerst keine Entwarnung. „Trotz Iran-Krise, weltwirtschaftlicher Verwerfungen wie der aggressiven US-Zollpolitik sowie den unfairen Handelspraktiken Chinas hat sich das bayerische Exportgeschäft im ersten Halbjahr 2026 im Plus stabilisiert. Das macht Hoffnung. Im Halbjahresvergleich zeigt sich aber ein Trend, der uns Sorgen macht: Die Einfuhren nach Bayern stiegen wieder stärker als die Ausfuhren, das Export-Import-Gefälle verschiebt sich immer mehr in Richtung Einfuhren. Das bedeutet auch, dass es für die für den Freistaat so zentrale Exportwirtschaft immer schwieriger wird, ihre Produkte im Ausland abzusetzen. Fakt ist: Der Standort ist schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Reformbemühungen der Bundesregierung müssen daher verstärkt werden, das vorgestellte erste Reformpaket war zwar ein guter Anfang, es braucht aber noch eindeutig mehr“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Ausfuhren in die beiden größten außereuropäischen Absatzmärkte, in die USA und nach China, weiter. „Die unberechenbare Handelspolitik von US-Präsident Trump macht es den bayerischen Unternehmen immer schwieriger, in den Vereinigten Staaten Geschäfte zu machen. Das zeigen auch die seit längerem konstant sinkenden Ausfuhrzahlen dorthin. Im Handel mit China kommt noch die Abhängigkeit von Importen aus der Volksrepublik hinzu: mit 16,8 Milliarden Euro wuchs der Importwert von China nach Bayern um weitere 3,8 Prozent. Neben den bereits erwähnten unfairen Handelspraktiken wird auch die starke chinesische Konkurrenz immer mehr zu einem Problem für die bayerische Industrie. Zudem bestätigt sich in den Zahlen der positive Trend in Europa. So stiegen die Ausfuhren in die EU-Partnerländer um fast zehn Prozent. Wir können gar nicht genug betonen, wie wichtig der europäische Binnenmarkt inzwischen für unsere Exportindustrie ist, um die volatile Lage der Weltwirtschaft zu kompensieren. Wir müssen wirtschaftlich in Europa noch deutlich enger zusammenrücken“, so Brossardt.
Bei den wichtigsten Exportgütern zeigt sich im ersten Halbjahr 2026 ebenfalls ein gemischtes Bild. „Ein weiterer Schlag für die Automobil- und Zulieferindustrie ist der starke Rückgang von Pkw-Exporten um fast 12 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Pkw-Importe um fast 15 Prozent. Das zeigt, wie sehr die Branche wirtschaftlich unter Druck steht. Ähnliches gilt für den Maschinenbau“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Der wirtschaftliche Druck von außen steigt immer mehr für die bayerische Industrie. Jetzt gilt es uns im Inland industriepolitisch so stark wie möglich aufzustellen. Der kommende Herbst muss zu einem echten ‚Herbst der Reformen‘ werden, insbesondere mit Blick auf die Arbeitskosten, die Energiepreise und die Steuerbelastung brauchen wir echte Entlastungen. Nur so können wir unser Exportgeschäft wieder kräftig in Gang setzen.“