Letzte Aktualisierung: 30. März 2026
Pressemitteilung
Ausbautempo der digitalen Infrastruktur in Bayern muss hoch bleiben / Brossardt: „Versorgung im Freistaat flächendeckend sicherstellen!“
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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. stellte im Rahmen eines Kongresses zwei Studien zur digitalen Infrastruktur im Freistaat vor. Die Ergebnisse zeigen: Der Ausbau von Anschlüssen und Netzen in Bayern entwickelt sich weiter in einem guten Tempo. „Vor allem im ländlichen Raum hat sich die Situation in den vergangenen Jahren enorm verbessert: Bayern insgesamt liegt bei der Grundversorgung mit 100 Megabit pro Sekunde mittlerweile deutlich über dem Bundesschnitt. Aber bei allen Fortschritten gilt: Der Freistaat muss Kurs halten und sein hohes Ausbautempo weiter steigern. Die Anforderungen der Unternehmen an digitale Infrastruktur werden mit jedem Jahr höher“, kommentierte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Im Zuge der digitalen Transformation wächst der Bedarf an höheren Bandbreiten weiter stetig: Ein Grund ist die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Diese Entwicklung ist rasant und hat sich im zweiten Jahr in Folge auf aktuell 25 Prozent mehr als verdoppelt. Das Potenzial von datenintensiven Anwendungen wie KI können Unternehmen nur nutzen, wenn auch hochleistungsfähige Breitband- und Mobilfunknetze bayernweit verfügbar sind. „Der Handlungsbedarf ist klar vorgegeben, und die passenden Instrumente sind bekannt. Jetzt muss gehandelt werden, um schnellstmöglich eine entsprechende digitale Infrastruktur flächendeckend in Bayern auszurollen“, erläuterte Brossardt.
Die vertraglich vereinbarten Bandbreiten der Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich angewachsen. Mittlerweile nutzen 71 Prozent aller Unternehmen Datenübertragungsraten von über 100 Mbit/s und 47 Prozent Bandbreiten von mehr als 500 Mbit/s. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden buchen zudem häufiger leistungsfähige Anschlüsse, während sich bei den kleinen Unternehmen der Bedarf besonders dynamisch entwickelt hat. Die Zufriedenheit der Unternehmen mit Festnetz und Mobilfunknetz ist gegenüber 2024 leicht gestiegen. „Der Entwicklungsbedarf bleibt jedoch hoch. Nach wie vor sehen sich 69 Prozent der befragten Unternehmen durch unzureichende Mobilfunknetzqualität beeinträchtigt. Politik und Wirtschaft müssen sich weiterhin darauf konzentrieren, Netzlücken zu schließen. Die Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten ist branchenübergreifend ein Schlüsselfaktor des wirtschaftlichen Erfolgs und auch gesellschaftlich höchst relevant“, so Brossardt.
Für die vbw sind drei Punkte besonders wichtig, um auch zukünftig mit der Entwicklung Schritt zu halten. „Erstens brauchen wir ein höheres Tempo. Das Kabinett Merz hat für den Ausbau der digitalen Netze Mitte 2025 das überragende öffentliche Interesse festgestellt. Das ist gut so und muss weiter relevant bleiben. Zweitens brauchen wir weiter eine sachgerechte Förderung. Das Gigabit-Förderprogramm des Bundes muss bei der künftigen Fördermittelvergabe konsequent die unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten und Bevölkerungsdichten innerhalb Deutschlands berücksichtigen. Drittens brauchen wir eine neue Wertschätzung für den Netzausbau. Widerstände müssen abgebaut werden“, erläuterte Brossardt.
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker MdL ergänzte: „Die neuen Studien der vbw bestätigen es: Der Freistaat Bayern ist weiterhin auf einem sehr guten Weg beim flächendeckenden Gigabitausbau. Seit 2014 hat Bayern mit über 2,7 Milliarden Euro freiwillig so viel in den Glasfaserausbau investiert wie kein anderes Bundesland! Über 150.000 km Glasfaser – fast viermal um die Erde – werden insgesamt durch die Fördermittel und mit Hilfe der Kofinanzierung des Bundes verlegt und damit mehr als 500.000 Glasfaseranschlüsse geschaffen. Unsere Förderung greift genau dort, wo ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch die Netzbetreiber nicht rentabel ist – also vorwiegend im ländlichen Raum. Und wir machen weiter – wir wollen alle ländlichen Regionen umfassend an das Gigabit-Netz anbinden, um gleiche Verhältnisse bei der digitalen Infrastruktur in Stadt und Land zu schaffen. Das ist der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und zur Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger. Mit diesem Ziel vor Augen gestalten wir die digitale Zukunft Bayerns gemeinsam mit unseren Partnern – den Kommunen, Netzbetreibern und der Wirtschaft.“
Die vbw Studien „Breitbandbedarf der bayerischen Unternehmen 2025“ und „Versorgungsgrad der digitalen Infrastruktur in Bayern“ finden Sie hier online.