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Letzte Aktualisierung: 30. März 2026

Pressemitteilung

Mini-Wachstum überdeckt industrielle Strukturschwäche / Brossardt: „Reformtempo muss jetzt zügig erhöht werden“

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zeigt sich über die heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zum Bayerischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) einerseits erleichtert und andererseits besorgt. „Das 0,5 Prozent Wachstum ist allein dem Dienstleistungssektor zu verdanken, aber immerhin wachsen wir wieder. Gleichzeitig ist das Verarbeitende Gewerbe erneut geschrumpft, das macht uns große Sorgen und zeigt schonungslos die besorgniserregende strukturelle Schwäche der bayerischen Wirtschaft“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Demnach lag das Wachstum bei den Dienstleistungen bei 0,9 Prozent, zeitgleich schrumpfte das Verarbeitende Gewerbe um 0,4 Prozent. Revidiert wurde ebenfalls das BIP für 2024, von -1,0 auf -1,3 Prozent.

Laut vbw können sich die Unternehmen im Freistaat nicht von den bundesweiten Rahmenbedingungen lösen und stecken in einer tiefen Krise. „Unser Standort hat an Wettbewerbsfähigkeit verloren und ist international nicht mehr konkurrenzfähig. Die Bundesregierung muss jetzt endlich den Schalter umlegen und das Reformtempo drastisch erhöhen. Wir müssen wieder interessant für Investitionen werden. Das wird nur gelingen, wenn sich die Rahmenbedingungen deutlich verbessern. Unsere Betriebe warten schon zu lange auf einen Befreiungsschlag durch die Bundesregierung. Die Koalition ist aufgefordert, jetzt zu liefern, bevor es zu spät ist“, fordert Brossardt.

Die Gründe für das weiterhin verhaltene Wachstum sind hinlänglich bekannt, zu hohe Energie-, Zins- und Arbeitskosten, geopolitische Unsicherheiten und gravierende Standortprobleme. „Diese Gemengelage führt zu einer besorgniserregenden Investitionsschwäche, insbesondere im Kern unseres Wohlstands, der Industrie. Mit einem Wertschöpfungsanteil von 23 Prozent ist dieser besonders groß. Doch wir müssen aufpassen, dass wir diesen Kern nicht immer weiter schwächen. Die Unternehmen brauchen in der laufenden Transformation Standortbedingungen, die sie unterstützen und nicht weiter belasten. Aber sowohl bei den Energiekosten als auch bei den Arbeitskosten sind keine Entlastungen erkennbar. Gerade bei letzterem kommen durch das Tariftreuegesetz und das Entgelttransparenzgesetz weitere bürokratische Lasten auf die Unternehmen zu. Es ist absurd, dass wir in diesen Zeiten weiter Bürokratie auf- anstatt abzubauen“, so Brossardt.

Für das Jahr 2026 sieht die vbw nur verhaltene Anzeichen für potenzielles Wachstum. „Auch das laufende Jahr wird nicht einfach werden. Der Beschäftigungsabbau in der Industrie geht nahezu ungebremst weiter und wenn die dringend nötigen Reformen erneut auf die lange Bank geschoben werden, wird der nötige konjunkturelle Aufschwung nicht in Gang kommen. Ziel der Reformen muss es sein, den Standort insgesamt wieder attraktiv und wettbewerbsfähig zu machen. Für 2026 hatten wir ursprünglich ein Wachstum von rund 0,7 Prozent prognostiziert. Ob dies angesichts des Iran-Kriegs und seiner Folgen noch zu halten ist, ist derzeit noch offen“, erklärt Brossardt abschließend.

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