Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2026
Pressemitteilung
vbw besorgt über Stillstand in der deutschen Wirtschaft / Brossardt: „Für nachhaltiges Wachstum sind 2026 große Strukturreformen notwendig“
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Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist die deutsche Wirtschaft 2025 nur minimal gewachsen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung um lediglich 0,2 Prozent. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sieht darin ein weiteres Warnsignal für den Standort. „Die deutsche Wirtschaft hat schwere Jahre hinter sich. Nach zwei Jahren der Rezession in 2023 und 2024 folgt nun die faktische Stagnation im vergangenen Jahr. Wir müssen endlich raus aus der Dauerflaute. Dass die Wirtschaft nicht erneut geschrumpft ist, lag vor allem an gestiegenem privaten Konsum und höheren Staatsausgaben. Für die Industrie und das Baugewerbe ging die Rezession weiter“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw macht die tiefgreifenden strukturellen Standortprobleme dafür verantwortlich. „Die massiv gestiegenen Kosten für Energie und Arbeit, die hohen Abgaben und Steuern sowie die überbordende Bürokratie verhindern ein echtes wirtschaftliches Comeback. Diese tiefgreifenden Strukturprobleme müssen wir zügig anpacken, um in den kommenden Jahren wieder echtes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum generieren zu können“, betont Brossardt und fordert: „Die Bundesregierung muss 2026 zum Jahr der großen Reformen machen.“
Neben den hausgemachten Standortproblemen kämpft die deutsche Wirtschaft mit geopolitischen Krisen, der Zollpolitik der US-Regierung, chinesischen Exportbeschränkungen auf Seltene Erden sowie einem stark verteuerten Euro. „Das ist ein bedrohlicher Mix für unser so wichtiges Exportgeschäft“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Die geopolitische Gemengelage können wir nicht ändern, das gleiche gilt für ausländische Zölle oder den Wechselkurs. Fatal ist aber, dass zu dem schwierigen internationalen Umfeld unsere hausgemachten Probleme dazukommen.“ Die vbw erwartet für das laufende Jahr ein leicht positives Wachstum.
Die vbw setzt daher auf eine entschiedene Stärkung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Die Bundesregierung ist gut aus den Startlöchern gekommen. Der Bürokratieabbau hat für uns natürlich oberste Priorität – die Modernisierungsagenda der Bundesregierung sowie auch die auf EU-Ebene beschlossene Einigung zum Omnibus-I-Paket waren hier wichtige Schritte. Gleichzeitig braucht es noch mehr“, betont Brossardt. Neben einem Abbau der Bürokratie muss aus Sicht der vbw auch sichergestellt werden, dass keine neue Bürokratie zusätzlich aufgebaut wird. Des Weiteren erwartet die vbw eine echte Reform der sozialen Sicherungssysteme. „Durch den nahezu ungebremsten Kostenanstieg sind unsere Arbeitskosten nicht mehr wettbewerbsfähig. Investiert wird mittlerweile anderswo. Wir erwarten daher mutige Lösungen – und dies nicht nur von der Rentenkommission“, so Brossardt. Außerdem beharrt die vbw auf einer strikt zweckgebundenen Verwendung der Mittel aus dem Sondervermögen sowie eine rasche Senkung der Stromsteuer für alle Branchen.