Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2026
Pressemitteilung
Saisonal übliche Herbstbelebung kein Signal für Entspannung am Arbeitsmarkt / Brossardt: „Strukturelle Standortprobleme belasten bayerische Unternehmen weiterhin“
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Im Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern um 14.413 gegenüber dem Vormonat auf nun 316.431 gesunken. Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist diese saisonbedingte Herbstbelebung noch kein Grund zur Entspannung. „Auch im Oktober sind hauptsächlich Saisoneffekte der Grund für den Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vorjahresvergleich höher. Die strukturellen Standortprobleme bleiben bestehen und stellen eine erhebliche Belastung für die Unternehmen dar“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für Oktober durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.
Die Arbeitslosenquote im Freistaat lag im Oktober bei 4,0 Prozent. „Eine Quote um oder über 4 Prozent ist für Bayern untypisch und es gibt weiter keine Anzeichen einer nachhaltigen Erholung. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist sogar weiter gestiegen und lag im Oktober um 5,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenstatistik in Bayern spricht eine deutliche Sprache. Um zu wieder sinkenden Arbeitslosenzahlen durch eine wachsende Wirtschaft zurückzukehren, brauchen wir mutige und umfassende Reformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, fasst Brossardt die Lage zusammen.
Laut vbw müssen die Rahmenbedingungen insgesamt besser werden: „Der Standort ist zu teuer, zu bürokratisch und zu unflexibel. Die Bundesregierung muss ihr Reformpaket zügig umsetzen und Arbeits- und Energiekosten, Steuern sowie Bürokratie spürbar senken. Der Rückgang der Industrieinvestitionen in Bayern im vergangenen Jahr ist das Ergebnis übermäßiger Belastungen und ein Alarmsignal: Was heute nicht investiert wird, fehlt morgen als Grundlage für weiteres Wachstum und auch Beschäftigung. Auch bundesweit sinken die privaten Investitionen seit Jahren. Der leichte Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr beruht zu großen Teilen auf Sondereffekten und steigenden staatlichen Ausgaben – vielfach durch neue Schulden. Für ein nachhaltiges, selbsttragendes Wirtschaftswachstum sind Investitionen aus der Privatwirtschaft unabdingbar. Neben der Politik sind beim Thema Arbeitskosten auch die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie gefordert. Wir haben ein Angebot vorgelegt, das der wirtschaftlichen Lage Rechnung trägt. Leider verkennt die IG Metall in der derzeitigen Tarifrunde diese wirtschaftliche Realität. Für die Zukunftsfähigkeit der M+E Industrie in Bayern brauchen wir jetzt einen Abschluss mit Augenmaß“, sagt Brossardt.